Die Globalisierung stellt auch die deutsche Wissenschafts- und Hochschullandschaft vor neue Herausforderungen. Mit einer Reihe von Reformen haben Politik und Hochschulen die Initiative ergriffen, um das Hochschulsystem den neuen internationalen Anforderungen anzupassen. Ob die Umstellung auf gestufte Studienabschlüsse wie Bachelor und Master oder die Zulassung von Studiengebühren und Auswahltests, ob das Aufkommen privater akademischer Bildungsangebote oder die verstärkte strategische Partnerschaft von Hochschulen und außeruniversitären Instituten: Das Bildungssystem ist großen Veränderungen ausgesetzt.
Ziel der Reformen ist es, Forschung und Lehre im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb zu stärken. Veränderte Hochschulgesetze geben den Universitäten mehr Gestaltungsspielraum, etablierte Professoren werden stärker nach Leistung bezahlt. Die Universitäten mit den großen Namen versuchen ihr Profil zu schärfen, zusätzlich heizen verschiedene Universitäts-Rankings über die Qualität und Beliebtheit der Hochschulen den Wettbewerb an.
Diesem Ziel dient auch die seit 2006 erfolgreich umgesetzte Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung an deutschen Hochschulen. Hauptverantwortlich für die Organisation der Exzellenzinitiative ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der wichtigste Forschungsfinanzier. Bis ins Jahr 2017 erhalten die von einer unabhängigen Expertenjury ausgewählten Hochschulen rund 2,7 Milliarden Euro. Durch die gezielte Förderung neuer forschungsfreundlicher Strukturen und interdisziplinärer Zusammenarbeit nicht nur innerhalb der Universität, sondern auch zwischen Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft hat die Exzellenzinitiative große strukturelle Wirkung entfaltet.
Gefördert werden Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, herausragende Zentren in bestimmten Forschungsdisziplinen (Exzellenzcluster) und das Forschungsprofil von neun Spitzenuniversitäten. Zu dieser „Elite“ gehören die LMU und die TU München, die TH Karlsruhe, die RWTH Aachen sowie die Universitäten Konstanz, Göttingen, Heidelberg, Freiburg und die FU Berlin. Diese „Leuchttürme der Wissenschaft“ sollen mit ihrer Forschung auch international ausstrahlen.