Highfashion made in Germany ist ein Begriff auf den internationalen Laufstegen. Zu den „Global Players“ gehören seit Jahrzehnten Escada und Wolfgang Joop, der mit seinem neuen glamourösen Label „Wunderkind Couture“ Erfolge feiert. Die großen Galas und Bälle in Berlin, Frankfurt oder München wirken nicht selten wie eine Leistungsschau der deutschen Modemacher: Man trägt Escada, Unrath & Strano, Talbot Runhof und Anna von Griesheim – die zu den gefragten Designern nicht nur der deutschen Prominenz gehören. Im Alltag setzt man in Deutschland dagegen eher auf Bodenhaftung. Bevorzugt wird neben dem sachlichen Business-Outfit legere Sportswear, etwa von Boss oder Strenesse. Beide Labels sind in Süddeutschland zu Hause, aber längst auch auf dem Weltmarkt ein Begriff.
Besonders in den Großstädten findet sich aber auch ausreichend Gelegenheit für das modische Experiment. Hier gibt es eine ganze Reihe kreativer Modedesigner, die mit Witz und Einfallsreichtum den Modemetropolen London und Paris Konkurrenz machen. Die Berlin Fashion Week mit Shows etablierter und junger Designer ist das zentrale Modeereignis in der Hauptstadt. Insider kennen längst die neue deutsche Mode-Avantgarde, zu der Thatchers, Sabotage, Kostas Murkudis oder Eisdieler aus Berlin, aber auch Blutsgeschwister aus Stuttgart, Anja Gockel aus Mainz oder Susanne Bommer aus München gehören. Selbst London, Paris und die Modeszene- Stadt Antwerpen haben junge deutsche Kreateure wie Markus Lupfer, Bernhard Willhelm und Dirk Schönberger erobert. Der berühmteste deutsche Modemacher im Ausland aber ist der in Hamburg geborene Karl Lagerfeld, kreativer Kopf des französischen Couture-Hauses Chanel.
Deutsches Produktdesign hat das Image, klare und funktionale Produkte zu schaffen. Design made in Germany – von der Bulthaup-Küche bis zum Braun-Rasiergerät – genießt international höchstes Ansehen. Stilbildend sind nach wie vor Unternehmen wie die Möbelhersteller Wilkhahn und Vitra oder Lamy für Schreibgeräte und Erco für Leuchten. Die Traditionen des Bauhaus der zwanziger und der Ulmer Hochschule aus den fünfziger Jahren haben noch ihren Stellenwert, daneben hat sich aber längst eine neue Generation einen Namen gemacht: Zu ihr gehört Konstantin Grcic, Jahrgang 1965, einer der innovativsten jüngeren Designer. Der Münchner verleiht ganz banalen Alltagsgegenständen eine ungewohnte Poesie. Auch die Newcomer vom „Studio Vertijet“ aus Halle, Steffen Kroll und Kirsten Hoppert, verbinden spielerische und analytische Elemente des Desig