Hintergrund

Export

Deutschland zählt zu den führenden Exportnationen. Im Jahr 2014 wurden Waren im Wert von 1.133,6 Milliarden Euro ausgeführt. Die Außenhandelsbilanz schloss mit dem bis dahin höchsten Überschuss von 217 Milliarden Euro ab.  Die Exportstärke basiert vor allem auf der Leistungskraft der deutschen Industrie. Das verarbeitende Gewerbe verkauft über 48 Prozent seiner Erzeugnisse ins Ausland. In einigen Branchen liegt der Umfang des Auslandsgeschäfts noch erheblich höher: Die KFZ-Industrie kam auf einen Exportanteil von 64, der Maschinenbausektor von 62 und die Chemieindustrie von 60 Prozent.

bmwi.de

Global Player

Sie sind die Flaggschiffe der Wirtschaft und als Global Player international aufgestellt – die deutschen Großunternehmen. Zu den Top-Marken gehören Mercedes, BMW, SAP, Siemens, Volkswagen, Adidas, Puma und Porsche. Die großen deutschen Unternehmen werden an der Frankfurter Börse im Deutschen Aktienindex (DAX) gehandelt. Größte deutsche Bank ist die Deutsche Bank, die in mehr als 70 Ländern aktiv ist und fast 100.000 Mitarbeiter beschäftigt. Ihren Hauptsitz hat sie in Frankfurt am Main, dem führenden Bankenstandort in Kontinentaleuropa mit über 100 der „Top-500 Bankinstitute“. Das umsatzstärkste deutsche Unternehmen, Volkswagen mit Hauptsitz in Wolfsburg, erreichte 2014 den Status des weltweit größten Autobauers (vor Toyota). Volkswagen ist eine von mehreren Marken, unter der Fahrzeuge der Volkswagen AG gebaut werden. Zur Volkswagen-Gruppe gehören auch Audi, Škoda Auto, Seat, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Die Eingliederung der Nobelmarke Porsche in den Volkswagen-Konzern ist für 2011 vorgesehen. Der größte deutsche Arbeitgeber im Bereich der Industrieunternehmen ist die Siemens AG mit weltweit rund 343.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die umsatzstärksten Dienstleister heißen Deutsche Telekom und Deutsche Post. Auf Platz drei rangiert die Deutsche Bahn. Das Touristikunternehmen TUI und die Deutsche Lufthansa gehören ebenfalls in die Spitzengruppe des Dienstleistungssektors.

Innovationen

Die Innovationsaufwendungen der deutschen Wirtschaft beliefen sich 2013 auf 144 Milliarden Euro, sie haben damit einen neuen Rekordwert erreicht. Einen Großteil der Mittel investiert der Fahrzeugbau.

Kreativwirtschaft

Einfallsreichtum und Kreativität sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland. Kunst, Film, Musik, Mode, Medien, Bücher und Lifestyle: Der Beitrag der Kreativwirtschaft zur Volkswirtschaftlichen Gesamtleistung in Deutschland ist vergleichbar mit dem der großen Industriesektoren Automobil, Maschinenbau oder Chemie.

Messeland Deutschland

Mit 150 internationalen Branchenmessen ist Deutschland international ein wichtiger Marktplatz für Waren und Güter. Von den global führenden Messen der einzelnen Branchen finden etwa zwei Drittel in Deutschland statt. Zu den großen Messe-Events zählen die jährliche Hannover Messe, die als Leistungsschau der Industrie gilt, aber auch die alle zwei Jahre stattfindende Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. Im Bereich der Informationstechnologie gehören die CeBIT in Hannover und die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin (Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik) zu den Leitmessen. Ebenfalls in Berlin trifft sich jährlich die Tourismusbranche zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB). Um Genuss geht es bei der Internationalen Grünen Woche, einer einzigartigen Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft in Berlin. In Sachen Buch ist die Frankfurter Buchmesse jeden Oktober das Branchenereignis weltweit. Um das Thema Bild, Bildtechniken und Bildmedien dreht sich alles bei der photokina in Köln.

Der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (AUMA) ist der Spitzenverband der deutschen Messebranche. Seine zentrale Aufgabe ist es, die deutschen Messen im In- und Ausland zu stärken. Der AUMA koordiniert die Auslandsmesseaktivitäten der deutschen Wirtschaft, unter anderem für die jährlich rund 230 von der Bundesregierung unterstützten Exportplattformen. Die im AUMA zusammengeschlossenen Veranstalter organisieren im Jahr über 200 eigene Messen in wichtigen ausländischen Wachstumsregionen.

auma.de

Mittelstand

Die deutsche Wirtschaft wird vor allem durch kleine und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige und Freiberufler geprägt. Rund 99,6 Prozent aller Unternehmen gehören dem Mittelstand an. Als mittelständische Unternehmen gelten Firmen mit einem Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro und mit weniger als 500 Beschäftigten. Rund 60 Prozent aller Arbeitnehmer sind in solchen Unternehmen beschäftigt. Sie tragen zu 51,8 Prozent zur Wertschöpfung und zu 37,8 Prozent des Umsatzes bei.Die meisten Unternehmen mittelständischer Prägung sind inhabergeführt, das heißt: Die Kapitalmehrheit und die Firmenleitung liegen in einer Hand. Häufig werden die Unternehmen von Generation zu Generation weitervererbt. Zu den Stärken des Mittelstands zählen die schnelle Umsetzung in marktfähige Produkte, seine internationale Orientierung, ein hoher Spezialisierungsgrad und die Fähigkeit, Nischenpositionen im Markt erfolgreich zu besetzen. Gerade diese Eigenschaften machen viele mittelständische Firmen aus Deutschland zu Weltmarktführern in ihrem Bereich.

Soziale Marktwirtschaft

Das Grundgesetz schreibt keine bestimmte Wirtschaftsordnung vor, schließt aber eine reine, freie Marktwirtschaft durch die Verankerung des Sozialstaatsprinzips aus. Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 bildet die Soziale Marktwirtschaft die Basis der deutschen Wirtschaftspolitik. Sie ist der Versuch eines Mittelweges zwischen einer reinen Marktwirtschaft und dem Sozialismus. Entwickelt und umgesetzt wurde die Soziale Marktwirtschaft von Ludwig Erhard, dem ersten Wirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler. Ihr Grundkonzept basiert auf dem Prinzip der Freiheit einer Marktwirtschaft, ergänzt um sozialpolitische Ausgleichsmaßnahmen. Danach soll auf der einen Seite das freie Spiel der Kräfte auf dem Markt grundsätzlich ermöglicht werden. Auf der anderen Seite garantiert der Staat ein soziales Netz zur Absicherung von Risiken.

Wirtschaftspolitik

Die Gestaltung und Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik ist gemäß dem föderalen System eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden. Sie wirken in verschiedenen Gremien zusammen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung von unabhängigen Wirtschaftswissenschaftlern beraten. Jedes Jahr im Januar legt die Bundesregierung dem Bundestag und dem Bundesrat den Jahreswirtschaftsbericht vor. Er beschreibt unter anderem die für das laufende Jahr von der Bundesregierung angestrebten wirtschafts- und finanzpolitischen Ziele und die Grundzüge der geplanten Wirtschafts- und Finanzpolitik.Eine Voraussetzung für das Funktionieren des Wirtschaftslebens in Deutschland ist der freie Wettbewerb, der durch das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen geschützt wird. Es verbietet wettbewerbswidriges Verhalten von Unternehmen, aber auch des Staates. Ebenso werden Unternehmensfusionen, staatliche Subventionen und Marktzutrittsschranken hinsichtlich ihrer Wettbewerbswirkung beurteilt.

→  bmwi.de