Hintergrund

Energie- und Klimaprogramm

Mit einem Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) will die Bundesregierung den deutschen Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Das Programm umfasst Maßnahmen in 29 Feldern und reicht von der Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (Anlagen, die zugleich Strom und Wärme herstellen) und der erneuerbaren Energien bis hin zur weiteren Entwicklung der Carbon Capture and Storage Technologie (CCS), also der Abscheidung und Speicherung des im Kraftwerksprozess anfallenden Kohlendioxids. Mit dem Klimaschutzprogramm will die Bundesregierung drei zentrale Ziele verfolgen: Energieversorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit.

Erneuerbare-Energien-Gesetz

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll den Ausbau von Energieversorgungsanlagen vorantreiben, die aus sich erneuernden Quellen gespeist werden. Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf mindestens 35 Prozent im Jahr 2020 und danach kontinuierlich weiter zu erhöhen. Das EEG garantiert den Produzenten eine Vergütung zu festen Sätzen. Das Gesetz gehört zu einer Reihe von Maß-nahmen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und von Energieimporten aus dem Raum außerhalb der EU verringert werden soll. Das deutsche EEG wurde weltweit von vielen Staaten in seinen Grundzügen übernommen.

erneuerbare-energien.de

Klimarahmenkonvention

Global stellen die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) der Vereinten Nationen und das daran angeschlossene Kyoto-Protokoll die einzig völkerrechtlich verbindlichen Regelungen zum Klimaschutz dar. Die 196 Vertragsstaaten der Rahmenkonvention treffen sich jährlich auf der VN-Klimakonferenz. Die bekannteste dieser Konferenzen fand 1997 im japanischen Kyoto statt und brachte als Ergebnis das Kyoto-Protokoll hervor. Hierin wurde die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen aller industrialisierten Staaten auf ein bestimmtes Niveau festgeschrieben. Auf der Pariser Klimakonferenz (COP 21) im Dezember 2015 einigte sich die Staatengemeinschaft zum ersten Mal völkerrechtlich verbindlich darauf, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Das Abkommen muss von den einzelnen Staaten ratifiziert werden. Es tritt im Januar 2020 in Kraft, falls bis dahin 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen ausmachen, ratifiziert haben.

Der Sitz des UNFCCC-Sekretariats ist Bonn.

umweltbundesamt.de

newsroom.unfccc.int

Nationalparks

Die 16 deutschen Nationalparks befinden sich zu einem großen Teil im Norden der Bundesrepublik. Alle zeichnen sich durch eine einmalige Natur und Landschaft aus und dienen der Bewahrung der natürlichen Artenvielfalt von seltenen Pflanzen und Tieren. Der größte von ihnen ist der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit 441.000 Hektar. Der kleinste, der Nationalpark Jasmund mit den berühmten Kreidefelsen der Insel Rügen, hat 3.070 Hektar Fläche.

bfn.de

Naturschutz

Rund 48.000 Tierarten und etwa 24.000 Arten der höheren Pflanzen, Moose, Pilze, Flechten und Algen sind in Deutschland heimisch. Der Naturschutz ist in Deutschland ein offizielles Staatsziel, seit 1994 auch verankert im Artikel 20a des Grundgesetzes. Tausende Naturschutzgebiete sind in Deutschland ausgewiesen worden, zudem 16 Nationalparks und 15 Biosphären-Reservate. Überdies ist Deutschland Vertragsstaat der wichtigsten internationalen Abkommen zum Naturschutz und an fast 30 zwischenstaatlichen Abkommen und Programmen beteiligt, die Naturschutz als Ziel anstreben. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Deutschland steigt zunehmend und lag 2013 bei 6,4 Prozent. Mittelfristig soll er auf 20 Prozent anwachsen. Die Verbraucher schätzen Produkte aus ökologischer Erzeugung; 2015 trugen mehr als 70.900  Produkte das staatliche Bio-Siegel.

bmub.bund.de

Treibhausgas-Emissionen

Etwa zwei Drittel des von Menschen verursachten (anthropogenen) Treibhauseffekts sind auf den Ausstoß von Kohlendioxid zurückzuführen. Das Klimagas entsteht bei der Verbrennung der fossilen Energieträger Gas, Öl und Kohle. Sie alle enthalten Kohlenstoff der sich mit dem Luftsauerstoff zu Kohlendioxid verbindet. Durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe gelangen nach Studien der Internationalen Energieagentur (IEA) jährlich über 32,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid  (2014) in die Atmosphäre. Außer Kohlendioxid gehören zu den im Kyoto-Protokoll reglementierten Treibhausgasen Lachgas, Methan sowie halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid.

VN-Klimarat

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist eine internationale Sachverständigengruppe, in der Hunderte internationale Experten und Vertreter von über 100 Staaten für die Vereinten Nationen den Klimawandel auf der Erde analysieren und Gegenmaßnahmen vorschlagen. Der fünfte Sachstandsbericht, wurde 2014 veröffentlicht. Führende deutsche Institute, die sich mit dem Klimawandel befassen, sind das Max-Planck-Institut für Meteorologie, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

ipcc.de