Digitaler Wandel

Digitaler Wandel: Nach dem Internet kommt nun das Internet der Dinge
Digitaler Wandel: Nach dem Internet kommt nun das Internet der Dinge vectorfusionart/stock.adobe.com
Das Internet verändert alle gesellschaftlichen Bereiche – von Wirtschaft über Bildung bis hin zu Fragen des E-Governments.

Der digitale Wandel ist in vollem Gang. Die technologischen Entwicklungen sind rasant und verändern die Art, wie wir kommunizieren, arbeiten, lernen und leben. Nach dem Internet, das Menschen verbindet, kommt nun das „Internet der Dinge“, das sowohl im privaten Lebensalltag als auch unternehmensübergreifend in der Wirtschaft Maschinen vernetzt. Der Wandel in der Wirtschaft wird unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst. Diese Entwicklung eröffnet große Chancen, bringt aber auch neue Unsicherheiten mit sich.

Innovative Unternehmen

Am deutlichsten sind die Veränderungen in den Branchen Handel, Medien, Unterhaltung und  Tourismus. Online-Handelsplätze, News-Portale, Streaming-Dienste und Buchungsplattformen haben die traditionellen Geschäftsmodelle verändert, wenn nicht verdrängt. Aktuell befindet sich die Finanzbranche im Umbruch. FinTechs und InsurTechs, also junge Unternehmen mit modernen Technologien im Bereich der Banken und Versicherungen, fordern mit innovativen Lösungen die etablierten Unternehmen heraus.

In der Industrie treibt die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) den Fortschritt voran. Sie erwartet nach Angaben des Digitalverbands Bitkom für 2017 eine Steigerung des Umsatzes mit Industrie-4.0-Lösungen um mehr als 20 Prozent. „Die Digitalisierung der industriellen Produktion ist das Wachstumsthema schlechthin“, heißt es beim Brancheverband. Die stärkste Nachfragesteigerung verzeichnet der Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilbau und die Elektronik-Branche. Gefragt sind vor allem IT-Services, Software und Hardware.

Digitales Lernen

Gebremst werden könnte die Digitalisierung allerdings von einem Mangel an Fachkräften. Der verstärkte Einsatz digitaler Medien in Schule, Ausbildung und Hochschule soll diesem Engpass entgegenwirken. Professor Christoph Meinel, Leiter des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam, fordert eine Schulcloud, damit Klassen auf gemeinsame Lehrinhalte zurückgreifen können. Er sieht auch bei dem Einsatz von Massive Open Online Courses (MOOCs) noch Steigerungspotenzial. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) gilt weltweit als einer der Pioniere des digitalen Lernens. Gestiftet von Hasso Plattner, einem Mitgründer des deutschen Software-Konzerns SAP, hat es bereits 2012 das soziale Bildungsnetzwerk openHPI.de gestartet, das weit über 100.000 Studierende aus 180 Ländern nutzen. „Ich sehe digitale Bildungsformate als ideale Ergänzung und Bereicherung tradierter  Ausbildungssysteme“, sagt Professor Meinel.

Webbasierte Dienstleistung

Auch Politik und Verwaltung orientieren sich neu. Bis 2020 soll ein Großteil der staatlichen Dienstleistungen elektronisch nutzbar sein. Allerdings: In dem „Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft“ der EU-Kommission rangiert Deutschland derzeit nur im vorderen Mittelfeld der EU-Staaten. Die größte Herausforderung für die Verwaltung bestehe darin, die Online-Interaktion zwischen Behörden und Bürgern zu verbessern, heißt es. Lediglich 19 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzen bisher E-Government-Dienste.

Erfolgreich nutzt das Auswärtige Amt die Chancen der Digitalisierung. Es führt auf allen  Kommunikationskanälen einen offenen Dialog mit den vielfältigsten Gruppen im Ausland und nutzt damit die Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten in der vernetzten Welt. „Digital Diplomacy“ wird so zu einer wichtigen Ressource netzwerkorientierter Außenpolitik. Dialog und Austausch stehen dabei im Mittelpunkt. Neben größtmöglicher Vernetzung, Flexibilität und Mobilität setzt der Auswärtige Dienst aber auch auf hohe technische und regulative Standards, insbesondere bei der sicheren Kommunikation und Datenhaltung.

Sichere Daten

Datensicherheit und Datenschutz sind ohnehin ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Dabei geht es vor allem darum, einen Ausgleich zwischen Verbraucher-, Unternehmens- und staatlichen Sicherheitsinteressen zu schaffen. 2018 soll mit der Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union ein europaweit einheitlich hohes Datenschutzniveau erreicht werden. Die Digitale Agenda 2014–2017 der Bundesregierung und die Digitale Strategie 2025 geben die weiteren Schritte und Instrumente für einen erfolgreichen digitalen Wandel vor. Darüber hinaus ist es geplant, eine Digitalagentur zu gründen, die ähnlich wie die Bundesnetzagentur oder das Bundeskartellamt den Digitalisierungsprozess unterstützt und überwacht.

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