Offen für neue Bürger

Junge Menschen mit Migrationserfahrung haben oft schlechtere Chancen – die Politik will das ändern
Junge Menschen mit Migrationserfahrung haben oft schlechtere Chancen – die Politik will das ändern Thomas Trutschel/Photothek via Getty Images
In Deutschland leben immer mehr Menschen mit Zuwanderungserfahrung, viele Angebote unterstützen sie bei der Integration.

In Deutschland leben 81,2 Millionen Menschen. Von ihnen sind 16,4 Millionen zugewandert – oder haben Eltern, die aus dem Ausland kommen. Das ist mehr als jede fünfte Person. Über die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund hat bereits einen deutschen Pass. Seit dem Jahr 2000 erwerben Kinder ausländischer Eltern mit ihrer Geburt im Inland neben der fremden Staatsangehörigkeit ihrer Eltern auch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ihre Eltern bereits seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland leben. Seit Ende 2014 müssen sie sich auch nicht mehr zwischen den beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden, wenn sie in Deutschland aufwachsen. Die „doppelte Staatsbürgerschaft“ ist ein Beispiel dafür, wie Deutschland sich um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund kümmert und Vielfalt anerkennt. Der Staat fördert Chancengleichheit, so soll zum Beispiel das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ Benachteiligungen verhindern. Mehr Akzeptanz für Zuwanderung, sagt auch die Shell-Jugendstudie 2015, ist wichtig. Für 15 Prozent der Jugendlichen ist dies so. 2006 waren es nur fünf Prozent.

Viel wurde in Sachen Integration schon erreicht, doch manches muss noch besser werden. Für Jugendliche gibt es beim Thema Schule und Ausbildung Verbesserungsbedarf. Junge Leute mit Migrationshintergrund haben oft weniger Chancen als ihre Altersgenossen. Jene, die nur schlecht Deutsch lesen und schreiben können, sind beim Einstieg in den Beruf im Nachteil. Die Statistik sagt: Über 30 Prozent der 20- bis 29-jährigen ausländischen jungen Erwachsenen bleiben ohne Berufsabschluss. Sie machen auch weniger oft das Abitur (13 Prozent) als deutsche Jugendliche (34 Prozent). Sprache ist ein Schlüssel zu Integration und Erfolg. Schon im Kindergarten gibt es deshalb jetzt Sprachtests und Förderangebote. Über zwei Drittel der Zuwanderer in Deutschland fühlen sich wohl. Die meis­ten empfinden sich überwiegend als Teil der deutschen Gesellschaft 
(58 Prozent). Nur fünf Prozent fühlen sich nicht dazugehörig. Über die Hälfte der Migranten möchte, dass die eigenen Kinder in Deutschland aufwachsen. Sie sehen ihre Zukunft hier. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Allensbach herausgefunden.

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