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Gesellschaft

Besserer Zugang zum Arbeitsmarkt

In Deutschland sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die Bundesregierung fördert deshalb den Zuzug ausländischer Fachkräfte.
Besserer Zugang zum Arbeitsmarkt
Flamingo Images/stock.adobe.com

In Deutschland fehlen in bestimmten Branchen Fachkräfte – vor allem in Medizin und Pflege, im Ingenieurwesen und in technischen Berufen. Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) von 2019 sieht jedes zweite Unternehmen in Deutschland im Fachkräftemangel die größte Gefahr für die Geschäftsentwicklung.

Wegen des demografischen Wandels wird die Besetzung freier Stellen mit Fachkräften allein aus dem Inland nicht ausreichen. Laut einer Berechnung des Statistischen Bundesamts wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter bis 2035 um vier bis sechs Millionen sinken.

Neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Angesichts des demografischen Wandels ist  die Sicherung der Fachkräftebasis eine der vordringlichsten Aufgaben der Bundesregierung.

Dafür wurde das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf den Weg gebracht, das seit dem 1. März 2020 in Kraft ist. Es ermöglicht Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern einen vereinfachten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Notwendig wurde dies, weil immer mehr Unternehmen selbst gut bezahlte Stellen mit hervorragenden Entwicklungsperspektiven nicht besetzen konnten – von Handwerkern bis zu Ingenieuren. Bislang hatten nur Fachkräfte mit akademischer Ausbildung unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Das gilt jetzt auch für Fachkräfte mit einer im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikation. Voraussetzung dafür ist die  Anerkennung der Qualifikation durch eine in Deutschland zuständige Stelle.

Wenn der Lebensunterhalt gesichert ist und die Deutschkenntnisse für die angestrebte Tätigkeit ausreichen, können die Fachkräfte zur Arbeitsplatzsuche einreisen. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis und können bis zu zehn Stunden pro Woche zur Probe arbeiten.

Eine ähnliche Regelung gilt nun auch für Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Bisher hatten nur Studieninteressierte die Möglichkeit, zur Suche eines  Studienplatzes einzureisen. Jetzt können das auch Ausbildungsinteressierte. Voraussetzung dafür sind Deutschkenntnisse, ein Abschluss an einer deutschen Auslandsschule oder ein Schulabschluss, der zum Hochschulzugang berechtigt, ein Höchstalter von 25 Jahren und eine eigenständige Lebensunterhaltssicherung.