Nachhaltige Entwicklung

Die 2030-Agenda der Vereinten Nationen will in wichtigen Zukunftsfragen nachhaltige Entwicklung voranbringen
Die 2030-Agenda der Vereinten Nationen will in wichtigen Zukunftsfragen nachhaltige Entwicklung voranbringen Joerg Boethling
Die deutsche Entwicklungspolitik will dazu beitragen die Lebensbedingungen in den Partnerländern zu verbessern, Armut zu verringern und Demokratie zu stärken.

Die deutsche Entwicklungspolitik als Baustein einer globalen Struktur- und Friedenspolitik will dazu beitragen, die Lebensbedingungen in den Partnerländen zu verbessern. Ziel der deutschen Entwicklungspolitik ist es, den Hunger und die Armut weltweit zu überwinden und Demokratie und Rechts­staatlichkeit zu stärken. Die Leitlinien und Konzepte entwickelt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Politisch und finanziell liegt das Hauptgewicht auf der bilateralen Zusammenarbeit mit den Partnerländern. Im Rahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit kooperiert Deutschland mit 50 Partnerländern in gemeinsam vereinbarten Länderprogrammen, die alle Instrumente der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit umfassen können. Eine Schwerpunkt­region ist Afrika, aber auch mit Ländern in Asien, Süd­osteuropa und Lateinamerika wird intensiv zusammengearbeitet.

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Deutschland hat die Finanzmittel für Entwicklungszusammenarbeit bis 2019 um 8,3 Milliarden Euro aufgestockt. Dadurch fließen 2016 gut 0,4 Prozent des Bruttonationalproduktes in die Entwicklungszusammenarbeit. Im internationalen Maßstab betrachtet, gehört Deutschland mit jährlich 16,25 Milliarden US-Dollar nach den USA und Großbritannien zu den drei größten Geberländern für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit. Die Projekte werden in der Regel von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der KfW Bankengruppe als Durchführungsorganisationen in den Ländern betreut.

Die 2030-Agenda für nachhaltige 
Entwicklung

Maßgeblich für die globale Entwicklung der kommenden Jahre soll die 2030-Agenda werden, die auf der 70. Generalversammlung der Vereinten Nationen Ende September 2015 beschlossen wurde. Die 2030-Agenda ersetzt die sogenannten Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) der Vereinten Nationen, die die Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern für den Zeitraum 2000 bis 2015 definiert hatten.

In Verfolgung der Millenniums-Entwicklungsziele ist es zwar bis 2015 gelungen, die Armut weltweit zu halbieren und unter anderem den Zugang zu Trinkwasser sowie zu Bildung zu verbessern. Aber: Knapp 1,3 Milliarden Menschen leben von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Andere Probleme wie ein zu hoher Ressourcenverbrauch, fortschreitender Klimawandel und Umweltzerstörung, hohe Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheiten bleiben ebenfalls drängend. Die neuen Ziele vom September 2015 sollen Rückenwind für einen weltweiten Wandel zu mehr Nachhaltigkeit geben – in der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension und unter Berücksichtigung bestehender Verknüpfungen. Die 2030-Agenda soll nunmehr eine „universelle“ Agenda sein, das heißt für alle Staaten gelten und in den kommenden 15 Jahren weit über die Entwicklungszusammenarbeit hinaus ein breites Spektrum an Politikbereichen angehen: Neben dem Kampf gegen Hunger und Armut soll der Planet als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen geschützt werden; Wirtschaftssysteme und Lebensstile sollen gerechter und nachhaltiger sowie effektiver werden, Diskriminierung bekämpft, nicht zuletzt durch Stärkung wirksamer inklusiver und demokratischer Institutionen, verantwortungsvoller Regierungsführung sowie Rechtsstaatlichkeit. Schließlich benötigt der Zukunftsvertrag zur nachhaltigen Absicherung einen sogenannten „Multi-Akteurs“-Ansatz: Neben Regierungen sollen vor allem gesellschaftliche Gruppen, Wirtschaft und Wissenschaft wichtige Rollen bei der Umsetzung der 2030-Agenda spielen.

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