Zivile Gestaltungsmacht

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Deutschland ist umfassend in die multilaterale Zusammenarbeit einbezogen und setzt sich weltweit für Frieden, Sicherheit, Demokratie und Menschenrechte ein.

Deutschland ist in der internationalen Politik intensiv und vielfältig vernetzt. Das Land unterhält diplomatische Beziehungen zu fast 200 Staaten und ist Mitglied in allen wichtigen multilateralen Organisationen und informellen internationalen Koordinierungsgruppen wie der „Gruppe der Sieben“ (G7) und der „Gruppe der Zwanzig“ (G20). Im Auswärtigen Dienst, dessen Zentrale sich in Berlin befindet, arbeiten rund 11.230 Beschäftigte. Insgesamt unterhält Deutschland 227 Auslandsvertretungen.

dpa/Brakemeier

Das vorrangige Ziel der deutschen Außenpolitik ist der Erhalt von Frieden und Sicherheit in der Welt. Zu den Grundkoordinaten gehört die umfassende Integration in die Strukturen der multilateralen Zusammenarbeit. Konkret bedeutet dies: eine enge Partnerschaft mit Frankreich in der Europäischen Union (EU), die feste Verankerung in der Wertegemeinschaft des transatlantischen Bündnisses mit den USA, das Eintreten für das Existenzrecht Israels, die aktive und engagierte Mitwirkung in den Vereinten Nationen (VN) und im Europarat sowie die Stärkung der europäischen Sicherheitsarchitektur im Rahmen der OSZE.

Gemeinsam mit seinen Partnern setzt sich Deutschland weltweit für Frieden, Sicherheit, Demokratie und Menschenrechte ein. Der von Deutschland vertretene erweiterte Sicherheitsbegriff umfasst neben Fragen der Krisenprävention, Abrüstung und Rüstungskontrolle nachhaltige wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte. Dazu gehören eine Globalisierung mit Chancen für alle, grenz­überschreitender Umwelt- und Klimaschutz, der Dialog zwischen den Kulturen sowie Offenheit gegenüber Gästen und Einwanderern.

Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts in den frühen 1990er-Jahren haben sich für die deutsche Außenpolitik Chancen und Herausforderungen eröffnet. Multilateral eingebettet, hat Deutschland die gewachsene Verantwortung, die dem Land nach der Wiedervereinigung 1990 zugefallen ist, angenommen. Deutschland trägt durch vielfache Anstrengungen zur politischen Lösung von Konflikten bei, ebenso zum Erhalt von friedenssichernden Strukturen sowie zur Krisenprävention innerhalb von VN-mandatieren Friedensmissionen. In der aktuellen Krise der europäischen Sicherheitsordnung übernimmt Deutschland 2016 den Vorsitz in der OSZE und wird sich für eine Bekräftigung der Helsinki-Prinzipien und eine Stärkung der OSZE als die zentrale regionale Sicherheitsorganisation in Europa einsetzen.

Die öffentliche Diskussion im Rahmen des Projekts „Review 2014 – Außenpolitik Weiter Denken“ zeigte, dass sich die Grundkoordinaten der deutschen Außenpolitik bewährt haben. Sie zeigte aber auch, dass es in einer sich rasch verändernden Welt drei zentrale Herausforderungen für die deutsche Außenpolitik gibt, die mit den Schlagworten „Krise – Ordnung – Europa“ beschrieben werden können. Um dafür besser gewappnet zu sein, stellt sich das Auswärtige Amt als Ergebnis des Review-Prozesses strukturell neu auf.

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