Attraktives Schulsystem

Rund 8,4 Millionen Schülerinnen und Schüler lernen an den allgemeinbildenden Schulen
Rund 8,4 Millionen Schülerinnen und Schüler lernen an den allgemeinbildenden Schulen Thomas Trutschel/Photothek via Getty Images
Für alle Kinder in Deutschland gilt Schulpflicht. Zuständig für das Schulwesen sind die Bundesländer.

In Deutschland liegt die Zuständigkeit für das Schulwesen vor allem bei den 16 Ländern. Daher gibt es unterschiedliche Bildungssysteme, -pläne und Schulformen. Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) sichert die Übereinstimmung oder Vergleichbarkeit der Bildungsgänge und ihrer Abschlüsse. Im Schuljahr 2014/2015 besuchten knapp 11 Millionen Schülerinnen und Schüler die 44.880 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, an denen 795.600 Lehrkräfte unterrichten. Darüber hinaus lernen rund 969.000 Schüler an den 6.620 allgemeinbildenden und beruflichen Privatschulen. Generell gilt für alle Kinder ab sechs Jahren eine neunjährige Schulpflicht. Zugleich ist die ­Förderung der frühkindlichen Bildung im Vorschulalter und ihre Verzahnung mit dem Primarschulbereich ein bildungspolitisches Anliegen mit hoher Priorität. 10.000 Ganztagsschulen sind mittlerweile fest in der Bildungslandschaft verankert. Mit dem Unterricht an diesen Schulen verbindet sich die Erwartung auf mehr Chancengleichheit, vor allem für Kinder aus bildungsfernen Schichten.

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Der Besuch öffentlicher Schulen ist kostenfrei. Das Schulsystem gliedert sich vertikal in drei Stufen: den Primarbereich sowie die Sekundarstufen I und II. In der Regel besuchen alle Kinder eine gemeinsame Grundschule, die von Jahrgangsstufe 1 bis 4 reicht (Berlin und Brandenburg: 1 bis 6). Danach gibt es 
drei weiterführende Standard-Bildungs­gänge: den Hauptschulbildungsgang (Klassen 5 bis 9 bzw. 10), den Realschulbildungsgang (Klassen 5 bis 10, Abschluss Mittlere Reife) und den gymnasialen Bildungsgang (Klassen 5 bis 12 oder 13, Abschluss: Allgemeine Hochschulreife/Abitur). Sie werden entweder in getrennten Schularten angeboten oder in Schulen, die zwei oder – wie die Gesamtschulen – drei der Bildungsgänge vereinen und Wechsel zwischen den einzelnen Schularten erleichtern. Die Bezeichnung für die Schularten unterscheidet sich je nach Land, nur das Gym­nasium wird einheitlich unter diesem Namen geführt. 2014 erwarben 432.700 Schüler die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es entsprechend ihrer Behinderung Sonder- oder Förderschulen. Allerdings soll das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung entsprechend der Behindertenrechtskonvention zur Regel werden.

Die 140 Deutschen Auslandsschulen stehen in 72 Ländern für eine exzellente Ausbildung. Rund 20.800 deutsche und 61.000 nichtdeutsche Schüler lernen hier gemeinsam. Die Schulen werden meist in pri­va­ter Trä­ger­schaft ge­führt, aber über die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) per­so­nell und fi­nan­zi­ell ge­för­dert. Seit 2008 arbeitet die vom Auswärtigen Amt koordinierte Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) zusammen mit der ZfA und dem Goethe-Institut an einem noch größeren Netzwerk der Deutschlerner. Sie verbindet weltweit fast 2.000 Schulen, an denen mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler Deutsch lernen.

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