Engagierte Aussenwissenschaftspolitik

Wissenschaftsaustausch
Wissenschaftsaustausch dpa/Jaspersen
Deutschland setzt auch in der Außenpolitik auf Wissenschaftszusammenarbeit. Der akademische Austausch mit Krisen- und Konfliktregionen spielt dabei eine besondere Rolle.

Der Wissenschafts- und Hochschulaustausch ist eine tragende Säule der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP). Wichtige Partner des Auswärtigen Amts bei der Umsetzung sind dabei der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung, das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und die international agierenden Stiftungen der politischen Parteien. Die Initiative Außenwissenschaftspolitik hat seit 2009 bewährte Instrumente ausgebaut und sie um neue Maßnahmen erweitert. So werben weltweit fünf Deutsche Wissenschafts- und Innovationshäuser (DWIH) in Moskau, Neu-Delhi, New York, São Paulo und Tokio für die Wissenschaftszusammenarbeit mit Deutschland. Die Häuser sind ein weltweit einzigartiges Modell und verstehen sich als Schaufenster des Forschungs- und Innovations­standorts Deutschland.

Zudem wurde seit 2009 die Arbeit von vier neu geschaffenen Exzellenzzentren in Russ­land, Thailand, Chile und Kolumbien über den DAAD gefördert: Die Zentren vernetzen Hunderte internationale Wissenschaftler mit der deutschen Forschung und bilden akademischen Nachwuchs auf höchstem Niveau aus. Auch sind in Subsahara-Afrika seit 2008 zehn Fachzentren eingerichtet worden, die für neue Forschungskapazitäten und eine verbesserte Ausbildungsqualität stehen.

Akademische Zusammenarbeit mit Krisen- und Konfliktregionen

Ein zentrales Anliegen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik ist es, in Krisenzeiten und -regionen sowie in Transformationsländern den Zugang zu Bildung und Forschung zu ermöglichen und damit wissenschaftliche und akademische Perspektiven zu schaffen. Mit diesem komplexen Engagement wird die Hoffnung verknüpft, dass die Zusammenarbeit in Forschung und Hochschulbildung den Boden bereiten kann, auf dem politische Verständigung und damit Krisenprävention und Krisenbewältigung häufig erst möglich werden.

Stärkung der Wissenschaftsfreiheit

Folgen der zahlreichen Krisen und Konflikte der jüngeren Vergangenheit sind, dass jungen Menschen der Weg zu Bildung verwehrt bleibt, aber auch dass die Wissenschaftsfreiheit immer stärker unter Druck gerät. Als Reaktion finanziert das Auswärtige Amt die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung, die gefährdeten Forschern das Arbeiten in Deutschland ermöglicht. Auch hat der DAAD zusammen mit dem Auswärtigen Amt 2014 das Programm „Führungskräfte für Syrien“ aufgelegt, mit dem 221 syrische Stipendiaten zum Studium nach Deutschland kamen und ihren Abschluss machen konnten. Das Auswärtige Amt fördert darüber hinaus Sur-Place-Stipendienprogramme für Flüchtlinge in Erstaufnahmeländern. Hier ist insbesondere die Deutsche Akademische Flüchtlingsinitiative Albert Einstein (DAFI) zu nennen, die das Auswärtige Amt gemeinsam mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) durchführt. Hinzu kommen weitere Sur-Place-Stipendien des DAAD.

Die deutschen Bildungs- und Wissenschafts­einrichtungen schaffen damit Perspektiven und halten Zugänge dort offen, wo hochschul- und forschungspolitische Rahmenbedingungen schwierig sind. Der DAAD hat außerdem mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung die Programme „Integra – Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium“ und „Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge“ aufgelegt.

Mit mehreren arabischen Ländern unterhält Deutschland seit 2011 zudem eine Trans­formationspartnerschaft, die Reformbestrebungen an arabischen Universitäten durch Kooperationsprojekte mit deutschen Hochschulen unterstützt. Ein besonders wichtiges Feld sind zudem die zahlreichen Programme im Bereich „Good Governance“, die sich an künftige Führungskräfte aus Krisenregionen weltweit wenden.

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