Kultureller Dialog

Alte Handschriften aus der Oasenstadt Timbuktu (Mali) werden mit Mitteln des Auswärtigen Amts konserviert und erforscht
Alte Handschriften aus der Oasenstadt Timbuktu (Mali) werden mit Mitteln des Auswärtigen Amts konserviert und erforscht picture-alliance/abacapress
Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik legt mit Austausch und Kulturerhalt-Programmen eine gute Basis für die Beziehung zu anderen Ländern.

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) ist neben der klassischen Diplomatie und der Außenwirtschaftspolitik die dritte Säule der deutschen Außenpolitik. Zu ihren wichtigsten Zielen gehört, mit dem Austausch und der Zusammenarbeit in Kultur, Bildung und Wissenschaft eine gute Basis für die Beziehung zu anderen Ländern zu legen und den Dialog zwischen Menschen zu 
ermöglichen. Die Auswärtige Kulturpolitik eröffnet so Wege zu einem gegenseitigen Verstehen – eine wichtige Grundlage für eine Politik, die sich für den friedlichen Ausgleich engagiert.

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Weitere Aufgaben der AKBP sind die Förderung der deutschen Sprache in der Welt, Deutschland als Land einer erfolgreichen und vielfältigen Kulturszene bekannt zu machen und im Ausland ein zeitgemäßes Deutschlandbild zu vermitteln. Zu den konkreten Initiativen gehören die Förderung verschiedener Kulturprogramme wie Ausstellungen, Gastspiele deutscher Theater, Literatur- oder Filmförderung, aber auch Projekte im Dialog mit der islamischen Welt oder „kulturweit“, ein Angebot, mit dem junge Menschen aus Deutschland einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren können.

Ein umfassender Kulturbegriff ist die Basis der Programme und Projekte

Nur zu einem kleineren Teil setzt das Auswärtige Amt seine Kulturpolitik selbst um. Mit den Aufgaben betraut es vor allem privat­rechtlich organisierte Mittlerorganisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Deutsche UNESCO-Kommission oder die Alexander von Humboldt-Stiftung (zur Auswärtigen Bildungspolitik siehe Kapitel Bildung & Wissen).

Die Arbeit der Kulturmittler wird durch Zielvereinbarungen definiert, in der Programm- und Projektgestaltung sind sie jedoch weitgehend frei. Das Goethe-Institut ist mit 159 Instituten in 98 Ländern präsent. Es fördert die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Das ifa widmet sich vor allem dem Kulturdialog mit Ausstellungen und Konferenzen. Trends im Kulturdialog sind digitale Kultur- und Vermittlungsangebote und die neuen Möglichkeiten interaktiver Partizipation. In allen Projekten legt die Auswärtige Kulturpolitik seit den 1970er-Jahren Wert auf einen umfassenden, nichtelitären Kulturbegriff, der „Kultur“ nicht auf „Kunst“ verengt.

Doch es geht nicht nur um deutsche Kultur. Das Kulturerhalt-Programm unterstützt die Bewahrung bedeutender historischer Kulturgüter im Ausland. So förderte das Auswärtige Amt von 1981 bis 2015 mehr als 2.700 Projekte in 144 Ländern, darunter den Erhalt der Handschriften von Timbuktu in Mali, das 
Erstellen digitaler Kulturgüterregister für Syrien, die Digitalisierung traditioneller Musik in Kamerun oder die Sicherung der Großen Halle von Karakorum in der Mongolei.

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