Sportliche Herausforderungen

Bei den Paralympics 2018 in Pyeongchang gewann Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber zwei Goldmedaillen
Bei den Paralympics 2018 in Pyeongchang gewann Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber zwei Goldmedaillen picture alliance/ALEXANDRA WEY/KEYSTONE
Deutschland hat Erfolg im Spitzensport, aber auch der Breitensport spielt eine wichtige Rolle. Die Internationale Sportförderung setzt auf Sport für Völkerverständigung.

Deutschland ist ein sportbegeistertes Land und eine erfolgreiche Sportnation. Im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele liegt Deutschland mit 1.757 Medaillen (Stand 2018) auf Platz drei hinter den USA und der Russischen Föderation. Rund 28 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied in einem der rund 91.000 Sportvereine. Die Vereine übernehmen neben den sportlichen Aufgaben wichtige gesellschaftliche und partizipative Funktionen. Vor allem in der Ju­gend­arbeit und der Integration vermitteln sie Werte wie Fairplay, Teamgeist und Toleranz. Aufgrund der steigenden Internationalisierung der Bevölkerung gewinnen die Leistungen der Sportvereine mit Blick auf die Integration von Migrantinnen und Migranten zunehmend an Bedeutung. Rund 60.700 Vereine haben Mitglieder mit Migrationshintergrund in ihren Teams. Insgesamt ist davon auszugehen, dass rund 1,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund Mitglied in einem Sportverein sind. Trotzdem ist die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund im organisierten Sport noch zu wenig vertreten.

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Das Programm „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) betrachtet Zuwanderung als Bereicherung für die deutsche Sportlandschaft. Ein Schwerpunkt der Programmarbeit liegt auf bislang im Sport unterrepräsentierten Gruppen, wie zum Beispiel Mädchen und Frauen. Gemeinsam mit der Bundesliga-Stiftung und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat auch die Bundesregierung eine Integrationsinitiative gestartet. Unterstützt werden Projekte zur Integration von Flüchtlingen im Sport. Das von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unterstützte Projekt „1:0 für ein Willkommen“ und die Weiterführung „2:0 für ein Willkommen“ hat seit 2015 rund 3.400 Vereine bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen finanziell gefördert.

Der DOSB ist eine Dachorganisation des deutschen Sports und versteht sich als die größte Bürgerbewegung Deutschlands. Er fördert den Spitzen- und den Breitensport. Mehr als 20.000 der 91.000 Sportvereine, die er vertritt, wurden seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 gegründet. Dem DOSB gehört, als einer von 98 Mitgliedsorganisationen, auch der im Jahr 1900 gegründete Deutsche Fußball-Bund an. Mit sieben Millionen Mitgliedern in 25.000 Fußballvereinen hat der DFB aktuell den bisherigen Höchststand in seiner Geschichte erreicht und ist der größte nationale Sportfachverband der Welt.

Neben Sportklettern, Modernem Fünfkampf und Boxsport ist Triathlon eine der Sportarten mit dem größten Mitgliederzuwachs. Zwischen 2001 und 2015 hat sich die Mitgliederzahl in den Vereinen mehr als verdoppelt. 2017 waren knapp 85.000 Männer und Frauen im Triathlon aktiv.

Die größte Strahlkraft des deutschen Sports geht von der Bundesliga, der höchsten Spielklasse im deutschen Fußball, aus. Sie gilt international als eine der stärksten Ligen. Allein zu den 306 Paarungen der 18 Bundesliga-­Teams kamen in der Saison 2016/2017 rund 12,7 Millionen Zuschauer in die Stadien, das entspricht einem Schnitt von 41.500 Zuschauern je Spiel. Das Maß aller Dinge im deutschen Vereinsfußball ist der FC Bayern München. Im April 2018 feierte der Club den Gewinn der 28. Deutschen Meisterschaft; außerdem hat der FC Bayern zum 18. Mal den DFB-Pokal ­gewonnen, 2001 und 2013 zudem die ­UEFA-Champions-League. Mit mehr als 290.000 Mitgliedern ist er weltweit der Verein mit den meisten Mitgliedern.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer, vierfacher Weltmeister und dreifacher Europameister, ist das Flaggschiff des deutschen Fußballs. Seit dem Gewinn der FIFA­-Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien steht Deutschland mit an der Spitze der FIFA-Weltrangliste. Die Mannschaft von Team­chef Joachim Löw gilt als taktisch flexibel und steht für eine moderne Interpretation des Spiels. Im Kader der Nationalelf sind zahlreiche Spieler mit Migrationshintergrund wie Jérôme Boateng, Sami Khedira oder Mesut Özil.

Sportliche Anerkennung und Erfolge in unterschiedlichen Disziplinen

Neben Fußball sind Turnen, Tennis, Sportschießen, Leichtathletik, Handball und Reiten Sportarten mit hohem Zuspruch. Aber auch andere Sportveranstaltungen sind erfolgreich. So der J. P. Morgan Corporate Challenge in Frankfurt am Main. Der Firmen- und Benefizlauf gilt mit über 63.000 Teilnehmern aus mehr als 2.419 Unternehmen als weltgrößte Veranstaltung dieser Art.

Die sportliche Bilanz fällt in vielerlei Hinsicht positiv aus. Anerkennung dafür gebührt auch der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Sie unterstützt rund 4.000 Athletinnen und Athleten aus fast allen olympischen Disziplinen, traditionsreichen nichtolympischen Sportarten sowie dem Behinderten- und Gehörlosensport. Die Förderung von Aktiven mit Handicap gehört ebenfalls zu den wichtigen Aufgaben. Und auch hier sind Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland bei internationalen Wettbewerben und Paralympischen Spielen mit mittlerweile 1.871 Medaillen (2018) überdurchschnittlich erfolgreich.

Die Internationale Sportförderung des Auswärtigen Amts ist fester Bestandteil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und hat bislang schon in über 100 Ländern mehr als 1.400 Kurz- und Langzeitprojekte in unterschiedlichen Sportarten umgesetzt. Nur ein Beispiel ist ein Langzeitprojekt zur Förderung des Frauenfußballs in Uruguay, das Trainerinnen ausbildet und Mädchen und Frauen eine bessere Teilhabe am Sport, insbesondere im Fußball, ermöglicht.

Auf diesem und auf vielen anderen Wegen ist der deutsche Sport unterwegs, um auch als Mittel der Krisenprävention und Völkerverständigung, Botschafter für mehr Fairness, Toleranz, Integration, friedlichen Wettkampf und Leistung zu Hochform aufzulaufen.

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