Attraktiver Arbeitsmarkt

Duale Berufsausbildung: Das deutsche Modell, das Theorie und Praxis verbindet, wird in vielen Ländern adaptiert
Duale Berufsausbildung: Das deutsche Modell, das Theorie und Praxis verbindet, wird in vielen Ländern adaptiert Ute Grabowsky/Photothek via Getty Images
Der Deutsche Arbeitsmarkt weist eine hohe Beschäftigung und niedrige Arbeitslosigkeit auf. Die duale Ausbildung ist ein Exportschlager.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat in den vergangenen Jahren eine günstige Entwicklung genommen. Im Jahresdurchschnitt waren 2017 in Deutschland 44,3 Millionen Menschen erwerbstätig. Die hohe Beschäftigung ist Ausdruck der guten ökono­mischen Lage. Deutschland gehört zu den EU-Ländern mit der niedrigsten Arbeits­losigkeit. 2017 lag die Arbeitslosenquote im Durchschnitt bei 5,7 Prozent und damit auf dem tiefsten Wert seit 1990. Die Entwicklung wird getragen von einer breiten Konjunktur. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigt weiter. Wie schon in den Vorjahren hat 2017 vor allem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stark zugenommen. Geringfügige Beschäftigung und Selbstständigkeit gingen weiter zurück.

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Die geringe Jugendarbeitslosigkeit hat international den Blick auf die erfolgreiche duale Berufsausbildung gelenkt, die sich von der rein schulischen Ausbildung unterscheidet, die in den meisten Ländern den Einstieg in das Berufsleben darstellt. Etwa die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland erlernen nach der Schule einen der 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe im dualen System. Der praktische Teil wird an drei bis vier Wochentagen im Betrieb gelernt; an ein bis zwei Tagen erfolgt die fachtheoretische Ausbildung in der Berufsschule. Viele Länder adaptieren zurzeit das System der dualen Berufsausbildung.

Zur Schaffung eines modernen, gerechten und transparenten Arbeitsmarktes hat die Bundesregierung zahlreiche arbeitsmarktpolitische Vorhaben realisiert. Seit Anfang 2015 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn. Die Frauenquote wiederum soll zu einer gleichen Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen führen. Börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen müssen seit 2016 für alle Aufsichtsratsposten eine Frauenquote von 30 Prozent einhalten. Das „Tarifeinheitsgesetz“ garantiert hingegen, dass in einem Betrieb für gleiche Tätigkeiten nicht verschiedene Tarifverträge gelten. Und: Wer über 45 versicherungspflichtige Beitragsjahre nachweist, kann mit dem vollendeten 63. Lebensjahr seit dem 1. Juli 2014 abschlagsfrei in Rente gehen.

Die Bundesregierung strebt die Vollbeschäftigung an. Angesichts des demografischen Wandels ist allerdings auch die Sicherung der Fachkräftebasis eine der vordringlichsten Aufgaben. Ein zentrales Projekt hinsichtlich der Öffnung des Arbeitsmarktes ist „Make it in Germany“, ein mehrsprachiges Internetportal für internationale Fachkräfte. Es informiert zuwanderungsinteressierte Fachkräfte über ihre Karrierechancen und enthält aktuelle Jobangebote in Engpassberufen (Gesundheits- und Ingenieurberufe, IT-Bereich). Hochschulab­solventen und Fachkräfte erhalten mit der „Blauen Karte EU“ zudem einen unkomplizierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

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