Attraktiver Arbeitsmarkt

Duale Berufsausbildung: Das deutsche Modell, das Theorie und Praxis verbindet, wird in vielen Ländern adaptiert
Duale Berufsausbildung: Das deutsche Modell, das Theorie und Praxis verbindet, wird in vielen Ländern adaptiert Ute Grabowsky/Photothek via Getty Images
Der Deutsche Arbeitsmarkt weist eine hohe Beschäftigung und niedrige Arbeitslosigkeit auf. Die duale Ausbildung ist ein Exportschlager.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008 eine günstige Entwicklung genommen. Im Juli 2015 waren in Deutschland 42,8 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die hohe Beschäftigungsquote von über 73,5 Prozent ist trotz der geringen weltwirtschaftlichen Impulse Ausdruck der guten ökonomischen Lage. Deutschland gehört zu den EU-Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. 2014 lag die Arbeitslosenquote im Durchschnitt bei 6,7 Prozent und damit auf dem tiefsten Wert seit 1991. Insbesondere das Wachstum der Branchen im Dienstleistungssektor strahlt positiv auf den Arbeitsmarkt. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird sich der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft in den kommenden Jahren verstärkt fortsetzen. Auch der Anstieg der Teilzeitarbeit ist typisch für die Entwicklungen auf dem ­Arbeitsmarkt.

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Die geringe Jugendarbeitslosigkeit hat international den Blick auf die erfolgreiche duale Berufsausbildung gelenkt, die sich von der rein schulischen Ausbildung unterscheidet, die in den meisten Ländern den Einstieg in das Berufsleben darstellt. Etwa die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland erlernen nach der Schule einen der 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe im dualen System. Der praktische Teil wird an drei bis vier Wochentagen im Betrieb gelernt; an ein bis zwei Tagen erfolgt die fachtheoretische Ausbildung in der Berufsschule. Viele Länder adaptieren zurzeit das System der dualen Berufsausbildung.

Zur Schaffung eines modernen, gerechten und transparenten Arbeitsmarktes hat die Bundesregierung zudem zahlreiche arbeitsmarktpolitische Vorhaben realisiert. Seit Anfang 2015 etwa gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro, wovon zunächst 3,7 Millionen Menschen profitieren. Die Frauenquote wiederum soll zu einer gleichen Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen führen. Börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen müssen daher für alle Aufsichtsratsposten, die ab 2016 zu besetzen sind, eine Frauenquote von 30 Prozent einhalten. Das „Tarifeinheitsgesetz“ garantiert hingegen, dass in einem Betrieb für gleiche Tätigkeiten nicht verschiedene Tarifverträge gelten. Und: Wer über 45 versicherungspflichtige Beitragsjahre nachweist, kann mit dem vollendeten 63. Lebensjahr seit dem 1. Juli 2014 abschlagsfrei in Rente gehen.

Angesichts des demografischen Wandels ist die Sicherung der Fachkräftebasis eine der vordringlichsten Aufgaben. Ein zentrales Projekt hinsichtlich der Öffnung des Arbeitsmarktes ist „Make it in Germany“, ein mehrsprachiges Internetportal für internationale Fachkräfte. Es informiert zuwanderungsinteressierte Fachkräfte über ihre Karrierechancen und enthält aktuelle Jobangebote in Engpassberufen (Gesundheits- und Ingenieurberufe, IT-Bereich). Hochschulabsolventen und Fachkräfte erhalten mit der „Blauen Karte EU“ zudem einen unkomplizierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

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