Nachhaltige Ökonomie

Würdiges Arbeiten: Immer mehr deutsche Unternehmen legen Wert auf faire Standards in globalen Lieferketten
Würdiges Arbeiten: Immer mehr deutsche Unternehmen legen Wert auf faire Standards in globalen Lieferketten Thomas Köhler/Photothek via Getty Images
Deutschland gehört zu den nachhaltigsten Industriestaaten. Die Unternehmen bekennen sich zur gesellschaftlichen Verantwortung.

Deutschland gehört zu den nachhaltigsten Industriestaaten der Welt. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Vergleichsuntersuchung der 34 OECD-Mitgliedsländer durch die Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2015. Vor dem Hintergrund der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen wurden die Länder erstmals systematisch anhand von 34 Indikatoren von Umweltschutz über Wachstum bis hin zur Qualität der Sozialsysteme untersucht. Deutschland kommt auf Platz sechs, punktet vor allem bei Wachstum, Beschäftigung und sozialer Absicherung.

GIZ/Salma Reda

Eine wachsende Zahl von Unternehmen in Deutschland bekennt sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, als Teil des nachhaltigen Wirtschaftens. „Corporate Social Responsibility“ (CSR) betrifft vor allem das Kerngeschäft der Unternehmen, das durch die Globalisierung ökonomische, soziale und Umweltzustände beeinflusst. Der 1999 gegründeten Global Compact Initiative der Vereinten Nationen sind inzwischen die meisten DAX-Konzerne wie BASF, Daimler oder die Deutsche Bank beigetreten – zudem kleine und mittelständische Unternehmen, Institute und Nichtregierungsorganisationen. Der Global Compact der Vereinten Nationen, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und die dreigliedrige Grundsatz­erklärung der Internationalen Ar­beits­or­ga­ni­sation (ILO) über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik bilden die Grundsätze für die gesellschaftliche Verantwortungsübernahme von Unternehmen. Weltweit sind über 8.000 Firmen und 4.000 Organisationen Mitglied des freiwilligen Global Compact.

Auf europäischer Ebene unterstützt Deutschland vor allem die weitreichende CSR-Initiative der EU. Die Strategie wird regelmäßig weiterentwickelt und sieht die Einführung einer verpflichtenden CSR-Berichterstattung ab 2016 für bestimmte Unternehmen vor. Im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 hat die Bundesregierung CSR-Themen wie Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards auf die Agenda gebracht.

Dass gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zusammengehören, wird auch im „Bündnis für nachhaltige Textilien“ deutlich, das in beiderlei Hinsicht Verbesserungen für die Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie erreichen will. Mehr als 100 deutsche Textilhersteller, darunter die großen Akteure, haben sich der 2014 gegründeten Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) angeschlossen. Mit dem Bündnis möchte Deutschland seine Vorreiterrolle für die internationalen Bemühungen auf dem Weg zu fairen Standards in den globalen Lieferketten dokumentieren.

Zur Ausgestaltung einer CSR-Strategie hat die Bundesregierung 2009 ein nationales CSR-Forum einberufen; 2010 wurde die „Nationale Strategie zur Verantwortung von Unternehmen – Aktionsplan Corporate Social Responsibility“ beschlossen. Ein Schwerpunkt liegt auf der erfolgreichen Implementierung von CSR in mittelständischen Firmen.

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