Vielfältige Lebensformen

Es gibt nicht nur die klassische Familienform. Das Leben ist bunter – die deutsche Gesellschaft spiegelt das wider
Es gibt nicht nur die klassische Familienform. Das Leben ist bunter – die deutsche Gesellschaft spiegelt das wider Thomas Linkel/laif
Es gibt in Deutschland viel Freiraum für individuelle Lebensstile und neue Familienformen.

In Deutschland gibt es viele ­Lebensstile und unterschiedliche Lebensformen. Man kann im Mainstream unterwegs sein, aber auch jenseits davon. Alternative Lebens­entwürfe werden akzeptiert ebenso wie unterschiedliche sexuelle Orientierungen. Der Staat mischt sich nicht in die Entscheidung ein, ob du mit deinem Partner verheiratet bist oder nicht, wenn ihr zusammenziehen oder Kinder haben wollt. Er gibt auch in allen anderen Dingen des Lebens Freiraum zur persönlichen Selbstentfaltung.

Was ist eine Familie? Das klassische Familienbild ist noch Vater-Mutter-Kind. Daneben haben viele andere Familienformen Karriere gemacht wie „Regen­bogen“-Familien, „Patchwork“-Familien, bi­na­tionale Familien oder Ein-Eltern-Familien. Häufig jedenfalls kommt es vor, dass Vater und Mutter nicht miteinander verheiratet sind. Jedes zehnte Paar mit Kind in Deutschland hat keinen Trauschein. Und in immer mehr Familien leben Kinder entweder nur mit der Mutter oder dem Vater zusammen.

Das Verhältnis von Eltern und Kindern ist ziemlich gut. Natürlich gibt es Kon­flik­te. Doch oft sind Eltern für ihre ­Kinder wie ältere Freunde oder Kumpel. 40 Prozent der Jugendlichen sagen in der Shell-Jugendstudie 2015: „Mein Verhältnis zu den eigenen Eltern ist bes­tens.“ Ein gutes Familienleben zu führen gehört zu den wichtigsten Werten von Jugendlichen.

Jeder dritte Jugendliche sagt sogar, dass die Erziehung durch die Eltern auch ein Vorbild für die Erziehung der eigenen Kinder ist. Viele Eltern verstehen ihrerseits: Förderung, Motivation und Erziehung zur Selbstständigkeit bringen mehr als Autorität und Verbot.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, sich von den Eltern abzunabeln. Diesen Sprung schaffen junge Frauen meistens früher als Männer. Mit 25 Jahren wohnte 2014 nur jede fünfte junge Frau noch bei den Eltern; bei den Männern residierten da noch 36 Prozent im „Hotel Mama“.

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