Perspektiven im Arbeitsleben

Frauen stellen heute die Hälfte der Studierenden, dennoch haben sie Nachholbedarf bei Führungspositionen
Frauen stellen heute die Hälfte der Studierenden, dennoch haben sie Nachholbedarf bei Führungspositionen Thomas Koehler/Photothek via Getty Images
Die Gleichberechtigung ist im Grundgesetz verankert, trotzdem bleibt die Chancengleichheit eine Aufgabe.

Vor dem Gesetz sind Männer und Frauen in Deutschland gleich. Doch es hat gedauert, bis das im Alltag zur Realität wurde. Mehrere Generationen von Frauen haben seit den 1960er-Jahren für Gleichberechtigung und Emanzipation gekämpft. Viele Hürden sind aus dem Weg geräumt, die Mädchen und jungen Frauen früher ein selbstbestimmtes Leben erschwerten. Ein Beispiel: Heute machen in Deutschland genauso viele junge Frauen Abitur wie junge Männer. Ganz ähnlich sieht es an den Hochschulen aus: Die Hälfte aller Studierenden in Deutschland ist weiblich.

Nicht ganz so ausgewogen sind die ­Geschlechterverhältnisse, wenn es ums Thema Studienwahl geht: Vor allem an MINT-Fächern sind junge Männer traditionell stärker interessiert. MINT steht für Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Aber immerhin: Rund 29 Prozent der Studierenden in den MINT-Fächern sind jetzt weiblich; beim Medizinstudium sind schon 65 Prozent aller Studierenden Frauen, bei den Veterinärmedizinern sogar 85 Prozent. Ein anderes Beispiel: Bei der Lufthansa-Group sind von 5.500 Piloten 300 Frauen.

Obwohl immer mehr Frauen in akademischen Berufen arbeiten: Im Job haben Männer die besseren Aufstiegschancen. Je höher es in der Karriereleiter nach oben geht, desto weniger Frauen sind dabei. In den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen – sie kontrollieren die Geschäftsführungen – waren im Juni 2015 nur 21,4 Prozent Frauen. Das soll sich ändern: In den Aufsichtsräten von 108 börsennotierten Unternehmen müssen ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein. Finden die Unternehmen keine Frau, bleibt der Platz leer.

Neben dieser Frauenquote gibt es weitere Regelungen für mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. So fördert eine Quote die Integration von Menschen mit Behinderung: Arbeitgeber, die mindes­tens über 20 Arbeitsplätze verfügen, müssen fünf Prozent ihrer Jobs an schwer­behinderte Menschen vergeben.

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