Offen für andere Religionen

In Hamburg gibt es gemeinsamen Religionsunterricht für Schüler unterschiedlicher Glaubensvorstellungen
In Hamburg gibt es gemeinsamen Religionsunterricht für Schüler unterschiedlicher Glaubensvorstellungen dpa/Frank Rumpenhorst
In Deutschland leben Menschen verschiedener Religionsgemeinschaften miteinander, viele gehören auch keiner Konfession an.

In Deutschland herrscht Meinungs- und Glaubensfreiheit. Sie ist eines der zentralen Grund- und Menschenrechte. Im Grundgesetz wird die Glaubensfreiheit durch den Artikel 4 geschützt: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“ Danach darf niemand aufgrund seiner religiösen Überzeugung diskriminiert werden; es gibt keine „Staatskirche“, Politik und Religion sind getrennt; Religion ist Privat­sache. In Deutschland leben Menschen verschiedener Religionsgemeinschaften tolerant miteinander. Die Einwanderung macht die Religionsszene vielfältiger. Rund 47 Millionen Menschen gehören einer christlichen Konfession an: Davon sind etwa 24 Millionen katholisch, etwa 23 Millionen sind evangelisch. Ein weiteres Drittel gehört keiner Religion an. Viele sind auch aus der Kirche ausgetreten. Das ist in Deutschland möglich, sobald du 18 Jahre alt wirst. In den neuen Ländern ist die Mehrheit der Menschen konfessionslos. Zu den großen Religionsgemeinschaften gehören vier bis fünf Millionen Muslime, 200.000 Juden sowie Orthodoxe und Gläubige von Frei­kirchen. Welche Religion du hast, ist im Alltag ziemlich unerheblich. Öffentliche Schulen müssen Religionsunterricht anbieten; in einigen Bundesländern gibt es auch ­islamischen Religionsunterricht.

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