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Bildung & Wissen

Dynamische Hochschullandschaft

Studienangebot mit internationaler Strahlkraft: Die deutsche Hochschullandschaft ist vielfältig und exzellent – nicht nur in den großen Städten.
Dynamische Hochschullandschaft
© Robert Kneschke/stock.adobe.com

Die deutsche Hochschullandschaft ist außerordentlich vielfältig: Sie bietet Universitäten mit großen Namen in Metropolen wie Berlin Berlin Einmal im Jahr, zur Berlinale, richtet die Filmwelt ihren Fokus auf Berlin. Aber globales Interesse sind die Berliner gewohnt. Schließlich sind sie, seit die Hohenzollern 1458 ihre Residenz errichteten, Hauptstädter. Eine Historie, die auch Schatten hat: die Nazi-Herrschaft und das DDR-Regime, das… Mehr erfahren › oder München. Doch auch in Aachen, Heidelberg oder Karlsruhe gibt es exzellente Hochschulen. Forschungsstarke mittelgroße Universitäten und kleinere Hochschulen mit erstaunlicher Strahlkraft bilden den Kern der akademischen Welt. In internationalen Ranglisten sind deutsche Hochschulen zahlreich vertreten: Unter den Top 200 im Shanghai-Ranking finden sich zehn deutsche Universitäten, im QS World University Ranking zwölf und im Times Higher Education World University Ranking 23. Besonders gut schneiden die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München und die Universität Heidelberg ab.

2019 konnten Studierende in Deutschland nach Angaben der Hochschulrektorenkon­ferenz (HRK) zwischen 394 Hochschulen wählen (121 Universitäten, 216 Fachhochschulen, 57 Kunst- und Musikhochschulen). Zusammen bieten sie 19.839 Studiengänge an. Im Zuge des 1999 eingeleiteten Bologna-­Prozesses zur Schaffung eines einheitlichen Europäischen Hochschulraumes wurden fast alle Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. 240 Hochschulen werden vom Staat, 39 kirchlich und 115 privat finanziert.

Forschung und Lehre: anspruchsvoll und praxisnah

Grundsätzlich gibt es drei Typen von Hochschulen: Universität, Fachhochschule ­sowie Kunst-, Film- und Musikhochschule. Sie unterscheiden sich in ihrem Aufbau und ihren Aufgaben.

Während die klassischen Universitäten ein breites Fächerspektrum anbieten, konzentrieren sich die Technischen Universitäten (TU) auf die Grundlagenforschung in den ingenieurtechnischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen. Die neun führenden TU haben sich 2006 zur TU9-Initiative zusammengeschlossen.

Die Universitäten verstehen sich nicht nur als Lehranstalten, sondern gleichermaßen als Orte der Forschung und verkörpern insofern bis heute das Humboldtsche Bildungsideal von der Einheit von Forschung und Lehre. Die Universitäten haben das vorrangige Ziel, den wissenschaft­lichen Nachwuchs zu fördern, fundierte Fachkenntnisse zu vermitteln und selbstständig arbeitende und forschende Wissenschaftler auszubilden.

Die 216 Fachhochschulen (FH) mit einer stark praxisorientierten Ausrichtung sind eine deutsche Besonderheit und tragen häufig die im angelsächsischen Sprachraum übliche Bezeichnung „University of Applied Sciences“ als Beiname. Die erstmalige Einführung des Promotionsrechts für Fachhochschulen im Bundesland Hessen Hessen Wie eine Weltstadt wirkt in Deutschland eigentlich nur Frankfurt am Main: die höchsten Häuser Deutschlands, der größte Flughafen (neben Paris Charles de Gaulle) und die meisten Banken auf dem europäischen Festland (die Europäische Zentralbank inbegriffen). Die Superlative lassen sich fortsetzen,… Mehr erfahren › 2016 hat für viele Diskussionen gesorgt. Zuvor war das Promotionsrecht ausschließlich den Universitäten vorbehalten.

Die Akademisierung nimmt insgesamt zu: Lag die Studienanfängerquote 2005 noch bei 37 Prozent, nahmen 2019 rund 56 Prozent der jungen Menschen in Deutschland ein Studium auf. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ermöglicht ihnen, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie ein Studium zu absolvieren. Rund die Hälfte der Studierenden stammt aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Im Wintersemester 2018/2019 waren rund 2,9 Millionen Studierende an den Hochschulen eingeschrieben.

Der zunehmenden Akademisierung begegnen Bund und Länder gemeinsam: Im Rahmen des Hochschulpakts 2020 haben sie Ende 2014 beschlossen, in den folgenden Jahren bis zu 760.000 zusätzliche Studienmöglichkeiten zu finanzieren. Über die Gesamtlaufzeit des Hochschulpakts von 2007 bis 2023 stellen der Bund 20,2 Milliarden Euro Euro Der Euro ist die Währung der Europäischen Währungsunion und nach dem US-Dollar der zweitwichtigste Vertreter im Weltwährungssystem. Die geldpolitische Verantwortung für den Euro trägt die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main zusammen mit den nationalen Notenbanken. In 19 der 27 EU… Mehr erfahren › und die Länder 18,3 Milliarden Euro bereit.

Initiativen für mehr Exzellenz und stärkere Internationalisierung

Mit der Exzellenzstrategie stärken Bund und Länder die universitäre Spitzenforschung. Gefördert werden Exzellenzcluster zu bestimmten Forschungsfeldern sowie Exzellenzuniversitäten. Die Strategie knüpft an die vorhergehende Exzellenzinitiative an, die zwischen 2005 und 2017 besonders herausragende Forschungsprojekte und -einrichtungen an den Hochschulen mit einem Gesamtvolumen von 4,6 Milliarden Euro Euro Der Euro ist die Währung der Europäischen Währungsunion und nach dem US-Dollar der zweitwichtigste Vertreter im Weltwährungssystem. Die geldpolitische Verantwortung für den Euro trägt die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main zusammen mit den nationalen Notenbanken. In 19 der 27 EU… Mehr erfahren › förderte.

Die Exzellenzstrategie besteht aus zwei Teilen. Mit den Exzellenzclustern werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten projektbezogen gefördert. In den Exzellenzclustern arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär an einem Forschungsvorhaben zusammen. Die Förderung gibt ihnen die Möglichkeit, sich intensiv auf ihr Forschungsziel zu konzentrieren, wissenschaftliche Nachwuchskräfte auszubilden und internationale Spitzenkräfte zu rekrutieren. Für eine erste, siebenjährige Förderrunde wurden 57 Exzellenzcluster ausgewählt. Das jährliche Fördervolumen für die Exzellenzcluster beträgt 385 Millionen Euro.

Universitäten mit mindestens zwei Exzellenzclustern konnten sich um den Titel Exzellenzuniversität bewerben. Seit Ende 2019 werden deutschlandweit zehn Exzellenzuniversitäten und der Berliner Exzellenzverbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität, Technischer Universität und Universitätsklinik Charité für zunächst sieben Jahre mit insgesamt rund 148 Millionen Euro jährlich gefördert. Zentrales Ziel der Exzellenzstrategie ist es, den deutschen Wissenschaftsstandort im internationalen Wettbewerb nachhaltig zu stärken und seine Sichtbarkeit weiter zu erhöhen.

Internationalisierung ist für die gesamte deutsche Hochschullandschaft wesentlich. Die Hochschulrektorenkonferenz zählt mehr als 37.000 Vereinbarungen deutscher Hochschulen mit Partnereinrichtungen in über 150 ausländischen Staaten, darunter vielfach Programme, die zu Doppelabschlüssen führen. Viele Hochschulen beteiligen sich an der Entwicklung deutscher Studienangebote und der Gründung von Hochschulen nach deutschem Modell, die es in Ägypten, China, Jordanien, Kasachstan, der Mongolei, Oman, Singapur, Ungarn, Vietnam und in der Türkei gibt.

Die Auslandsmobilität deutscher Studierender wird ebenfalls gefördert. Rund ein Drittel absolviert bereits einen Auslandsaufenthalt. Künftig soll die Hälfte der Hochschulabsolventinnen und -absolventen während des Studiums Auslandserfahrung sammeln. Stipendienangebote wie das Programm Erasmus-unterstützen die wertvollen Studienaufenthalte.