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Bildung & Wissen

Vernetzte Wissenschaft

Die deutsche Forschungslandschaft ist international orientiert, gut vernetzt und offen für Wissenschaftler aus dem Ausland.
Vernetzte Wissenschaft
© Gorodenkoff/stock.adobe.com

Die Globalisierung hat auch die deutsche Wissenschaftslandschaft verändert. Die Fähigkeit zur Vernetzung von Wissen und Wissenschaftlern spielt dabei eine zentrale Rolle. Deutschland hat sich in dieser Frage gut positioniert. Mehr als die Hälfte ihrer wissenschaftlichen Publikationen verfassen Forscherinnen und Forscher mittlerweile in internationalen Kooperationen. An den 399 Hochschulen arbeiten nach Berechnungen des Berichts „Wissenschaft Weltoffen 2019“ 47.500 wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ausländischer Staatsbürgerschaft, darunter 3.250 Professorinnen und Professoren, Seit 2007 ist die Zahl der ausländischen Mitarbeiter um 91 Prozent  gestiegen. Inzwischen stellen internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 12 Prozent des gesamten Wissenschaftspersonals. Dabei spielen auch die zuletzt geschaffenen vereinfachten Visaverfahren für Wissenschaftler aus Nicht-EU-Staaten eine Rolle.

Mit 36 Prozent stammt die größte Gruppe des ausländischen Wissenschaftspersonals aus Westeuropa, an zweiter Stelle der Herkunftsregionen stehen Asien und Pazifik mit 18 Prozent. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Italien, China, Österreich und Indien. Vielfach richten Hochschulen und Forschungseinrichtungen Willkommenszentren ein, um die internationalen Wissenschaftler bei ihrem Start besser zu unterstützen. Auch der temporäre Aufenthalt von Forschenden wird als ein Gewinn gesehen, denn sie sind nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer häufig wichtige Netzwerkpartner für weitere Kooperationen.

Exzellente Forschungsmöglichkeiten an außeruniversitären Einrichtungen

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland zieht die attraktive Forschungsinfrastruktur nach Deutschland. 2017 forschten an den vier größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen  – Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft – rund 18.000 angestellte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland. Sie stellen damit 25 Prozent aller Forschenden an diesen vier Einrichtungen. Darüber hinaus wurden 2017 rund 33.000 Aufenthalte ausländischer Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von Förderorganisationen wie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt. Zahlreiche Topwissenschaftler aus dem Ausland kommen über die Humboldt-Professur an deutsche Universitäten, den mit fünf Millionen Euro höchstdotierten Forschungspreis Deutschlands, vergeben von der Humboldt-Stiftung.

Deutschland will die internationale Wissenschaftskooperation ausbauen und vertiefen und sie zugleich auf eine andere Qualitätsebene heben. Als Grundlage dafür dient unter anderem die 2017 beschlossene neue Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Anspruchsvolle Neuausrichtung der Internationalisierungsstrategie

Die Internationalisierungsstrategie reagiert auf die zunehmende Globalisierung, die Digitalisierung, die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums und die Herausbildung neuer, globaler Innovationszentren außerhalb der etablierten Wissenschaftsstandorte. Im Mittelpunkt stehen die Förderung internationaler Vernetzung, die weltweite Kooperation in der beruflichen Bildung, die Partnerschaft mit Entwicklungs- und Schwellenländern sowie die länderübergreifenden Anstrengungen bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheit und Ernährungssicherheit. Bei der Stärkung von Deutschlands Position als international attraktiver Studien- und Forschungsstandort spielt die Vertiefung des Europäischen Forschungsraums (EFR) eine besondere Rolle.