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Bildung & Wissen

Außeruniversitäre Forschung

Große Organisationen mit internationalem Renommee prägen die deutsche Forschungslandschaft. Weltweit sind sie bestens vernetzt.
Außeruniversitäre Forschung
© Gorodenkoff/stock.adobe.com

In Deutschland arbeiten rund 1.000 öffentlich finanzierte Forschungseinrichtungen. Das Rückgrat der Forschungslandschaft bilden neben den Hochschulen vor allem vier große außeruniversitäre Forschungsorganisationen. Die 1948 gegründete Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist das wichtigste Zentrum der Grundlagenforschung für Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften außerhalb der Universitäten. Rund 15.000 Forschende, unter ihnen 54 Prozent internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, arbeiten an den 86 Max-Planck-Instituten und Forschungseinrichtungen, auch außerhalb Deutschlands. Die Max-Planck-Institute sind an mehr als 3.000 Projekten mit über 5.500 internationalen Partnern in über 110 Ländern beteiligt. Seit ihrer Gründung wurden 18 Nobelpreise an Forschende der Max-Planck-Gesellschaft vergeben. Sie hat allein seit 1979 rund 4.500 Erfindungen auf dem Weg in den Markt begleitet; etwa 60 meldet sie jährlich als Patente an.

Die Helmholtz-Gemeinschaft betreibt Spitzenforschung in den sechs Forschungsbereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Dabei konzentrieren sich die Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler auf Systeme von hoher Komplexität. Mit rund 42.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den 19 unabhängigen Helmholtz-Zentren, darunter das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit mehr als 50 Instituten, ist sie Deutschlands größte Forschungsorganisation.

Die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren 74 Instituten und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland gilt als die größte Einrichtung anwendungsorientierter Entwicklung in Europa. Zu ihren zentralen Forschungsfeldern zählen etwa Gesundheit und Umwelt, Mobilität und Transport sowie Energie und Rohstoffe. Mit Tochterunternehmen, Büros und Repräsentantinnen sowie Repräsentanten in zehn europäischen, je zwei nord- und südamerikanischen und sechs asiatischen Ländern sowie in Südafrika und Israel ist sie global aktiv.

Unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft versammeln sich 96 selbstständige Forschungseinrichtungen, deren Ausrichtung von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften reicht. Ein übergreifender Schwerpunkt der 10.000 Forschenden liegt im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Für die Förderung von Wissenschaft und Forschung ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zuständig, Europas größte Organisation dieser Art. Die DFG unterhält neben ihrer Zentrale in Bonn Büros in China, Japan, Indien, Russland sowie Nord- und Lateinamerika und fördert die Kooperation von Forschenden in Deutschland mit Kolleginnen und Kollegen im Ausland – besonders, aber keinesfalls nur im Europäischen Forschungsraum.