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Umwelt & Klima

Lebenswichtige Vielfalt

In 16 Nationalparks und 18 Biosphärenreservaten zwischen Nordsee und Alpen stehen viele seltene Tier- und Pflanzenarten unter besonderem Schutz.
Lebenswichtige Vielfalt
Eric/stock.adobe.com

Deutschland ist ein Land mit großer biologischer Vielfalt. Rund 48.000 Tierarten und 24.000 Arten der höheren Pflanzen, Moose, Pilze, Flechten und Algen sind hier heimisch. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist ein offizielles Staatsziel, es wurde 1994 im Grundgesetz verankert. 16 Nationalparks und 18 UNESCO-Biosphärenreservate mit ganz unterschiedlichem Charakter sind ausgewiesen worden, verteilt zwischen Nordsee und Alpen, zudem Tausende Naturschutzgebiete.

Deutschland ist Vertragsstaat der wichtigs­ten internationalen Abkommen zur Biodiversität und an mehr als 30 zwischenstaatlichen Abkommen und Programmen beteiligt, die Naturschutz zum Ziel haben. Mit der Ratifikation der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen haben sich die Regierungen von 196 Ländern verpflichtet, die Verlust­raten an biologischer Vielfalt signifikant zu verringern. Bisher konnte eine Trendwende beim Arten­sterben jedoch noch nicht erreicht werden. 2010 wurde auf der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention in Nagoya (Japan) ein völkerrechtlicher Rahmen für den Zugang zu genetischen Ressourcen und einen gerechten Vorteilsausgleich verabschiedet. Das Nagoya-Protokoll ist seit 2014 in Kraft.

Lebensräume für Natur und Tiere bewahren

Von den einheimischen Tierarten in Deutschland sind 35 Prozent bestandsgefährdet, von den Pflanzenarten sind es 26 Prozent (Stand 2018). Aus diesem Grund sollen die Anstrengungen zum Natur- und Artenschutz an Land und in Gewässern erhöht werden. Ein vordringliches Ziel ist es, die Zerstörung von Lebensräumen durch Siedlungs- und Straßenbau und Schadstoff­einträge unter anderem aus der Intensivlandwirtschaft und Überdüngung zu vermindern. Der Flächenverbrauch für Siedlungsbau und neue Verkehrswege soll bis 2030 auf weniger als 30 Hektar pro Tag sinken.

Angestrebt wird zudem, auf 2 Prozent des Bundesgebietes „Wildnis“ zuzulassen und 5 Prozent der Wälder der Natur zu überlassen. Im Jahr 2015 wurden zahlreiche frühere Militärgelände mit einer Gesamtfläche von 31.000 Hektar für den Naturschutz umgewidmet, darunter Moore und Heidelandschaften.

Das Ökosystem Meer schützen

Verstärkt in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit gerät der Meeresumweltschutz. Meere sind reich an biologischer Vielfalt, liefern Rohstoffe, Energie und Nahrungsmittel. Das Ökosystem ist durch Ölförderung, Schifffahrt, Überfischung, die Zufuhr schlecht abbaubarer Substanzen (Plastikmüll) und durch Kohlendioxid verursachte Versauerung vielfach belastet. Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft einigten sich 2017 Regierungsvertreter und Experten auf einen gemeinsamen Aktionsplan, der die Vermüllung der Meere stoppen soll.

Die Bundesregierung nutzt die EU-Ratspräsidentschaft 2020, um den europäischen Umweltschutz weiter ambitioniert auszubauen. Es sollen mehr Mittel für den Naturschutz bereitgestellt und ein eigenständiger EU-Naturschutzfonds eingerichtet werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Insektensterben. Mit einem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ will die Bundesregierung die Lebensbedingungen für Insekten verbessern.

Deutschland unterstützt auch die Biodiversitätsstrategie und die „Farm to Fork“-Strategie, die im Mai 2020 von der EU-Kommission vorgestellt wurde. Als Teile des Green Deals sollen sie die biologische Vielfalt und nachhaltige Lebensmittelproduktion in der EU voranbringen.