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Gesellschaft

Zuwanderung gestalten

Deutschland hat sich zu einem beliebten Einwanderungsland entwickelt. 21,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben hier.
Zuwanderung gestalten
© dpa

Deutschland ist als Zielland für Zuwanderinnen und Zuwanderer in die Weltspitze aufgerückt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte 2019 fest, dass Deutschland nach den USA weiterhin das beliebteste Einwanderungsland weltweit ist. In keinem der 35 OECD-Länder ist die Zuwanderung in den vergangenen Jahren so stark gestiegen wie in Deutschland. 2015 war die Zahl der zugezogenen Ausländerinnen und Ausländer mit zwei Millionen so hoch wie nie zuvor.

Viele der Menschen kamen als Schutzsuchende: Vor allem Kriege und Konflikte, zum Beispiel in Syrien und in Irak, führten dazu, dass viele Menschen ihre Heimat verließen, um anderswo Schutz zu suchen. 2015 verzeichnete Deutschland noch rund 890.000 Asylsuchende, seitdem sinken die Zahlen wieder.

Zahl der Einbürgerungen gestiegen

Die Bundesregierung setzt sich ein für die Reduzierung der Ursachen von Flucht und irregulärer Migration sowie für die aktive Gestaltung und Steuerung von Migrationsprozessen. Hierzu gehören die Rückkehr von Menschen ohne Bleibeperspektive in Deutschland und die Unterstützung der Reintegration in den Herkunftsländern.

Insgesamt lebten 2019 rund 11,2 Millionen Menschen mit ausländischem Pass in Deutschland. 21,2 Millionen Personen hatten einen Migrationshintergrund. Zu ihnen zählen Zuwandererinnen und Zuwanderer, in Deutschland geborene Ausländerinnen und Ausländer und Personen mit einem zugewanderten oder ausländischen Elternteil. Diese Gruppe entspricht etwa einem Viertel der Gesamtbevölkerung.

Rund 10,9 Millionen Personen mit Migrationshintergrund hatten einen deutschen Pass. Von ihnen besaßen 5,5 Millionen die deutsche Staatsangehörigkeit seit ihrer Geburt. Ein weiterer großer Teil kam als (Spät-)Aussiedlerinnen oder Aussiedler nach Deutschland. Die übrigen Menschen mit Migrationshintergrund sind eingebürgert. Allein 2019 wurden rund 128.900 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Der starke Anstieg gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent erklärt sich vor allem durch den Austritt Großbritanniens aus der EU. 2019 wurden 14.600 Britinnen und Briten eingebürgert, mehr als in den beiden Vorjahren zusammen.

Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten

Migrantinnen und Migranten leisten einen bedeutenden Beitrag zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Der wachsende Bedarf an Fachkräften führt zunehmend gut qualifizierte Migrantinnen und Migranten ins Land. Die Bundesregierung möchte weitere Zuwanderung ermöglichen, auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, der sich aus dem demografischen Wandel ergibt.

Ergänzend zur verstärkten Aktivierung des inländischen Potenzials von Erwerbspersonen und zur Zuwanderung aus EU-Staaten sieht die Bundesregierung auch in der Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten einen Weg, um der demografischen Entwicklung entgegenzusteuern und einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.