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Kultur & Medien

Lebendige Kulturnation

Deutschlands Ruf als große europäische Kulturnation gründet auf bekannten Namen, einer lebendigen Kunstszene und einer weltoffenen Vielfalt.
Ben Becker Theaterschauspieler
© picture alliance / Geisler-Fotopress

Deutschland versteht sich als eine der großen europäischen Kulturnationen. Ein besonderes Merkmal der kulturellen Landschaft ist hohe föderale Prägung, die zu einer außerordentlichen Vielfalt der kulturellen Hervorbringungen und ihrer Träger geführt hat. Die Betonung der föderalen Tradition des Landes war auch den Vätern und Müttern des Grundgesetzes wichtig. Die 1949 gegründete Bundesrepublik, aber auch das seit 1990 wiedervereinte Deutschland haben bewusst an föderale Traditionen angeknüpft und die Kulturhoheit den Ländern überantwortet. Ergebnis der aus vielen ehemaligen Klein- und Mittelstaaten sowie freien Städten bestehenden Struktur Deutschlands sind unter anderem rund 142 Stadt- und Landestheater sowie 130 zum Teil an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gekoppelte Berufsorchester. Mehr als 7.200 Museen und Ausstellungshäuser bilden zudem eine beispiellose Museumslandschaft.

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Quelle: BMWi

Von Bach bis Bauhaus

Deutschlands Ruf als bedeutende Kulturnation gründet auf den großen Namen der Vergangenheit wie Bach, Beethoven und Brahms in der Musik, Goethe, Schiller und Thomas Mann in der Literatur. Mit der Bauhaus-Bewegung gelang es in den 1920er-Jahren, eine prägende und stilbildende Formensprache zu entwickeln, die bis heute weltweit nachwirkt. Auch die künstlerischen Positionen der Gegenwart sind in allen Kunstgattungen namhaft besetzt – vor allem in der Malerei mit Künstlern wie Gerhard Richter, Georg Baselitz, Anselm Kiefer und Rosemarie Trockel sowie in der Fotografie mit Andreas Gursky, Wolfgang Tillmanns und Candida Höfer.

Die kulturelle Produktion hat sich auf Basis der eigenen Traditionen zunehmend von außen kommenden Einflüssen geöffnet und ein neues Narrativ entwickelt. Junge Kunstschaffende mit Migrationshintergrund haben Artikulationsformen gefunden, musikalisch, aber auch poetisch auf das Aufeinandertreffen und Verschmelzen unterschiedlicher Herkunftskulturen zu reagieren. Stellvertretend für postmigrantische Kunst steht zum Beispiel die Arbeit am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, aber auch ein Großteil der zeitgenössischen Musikkultur und Literaturproduktion.

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Quelle: BMWi

Internationale Events

Zu den bedeutendsten kulturellen Veranstaltungen in Deutschland zählen die Berlinale, die Internationale Frankfurter Buchmesse, die Bayreuther Festspiele, das Theatertreffen Berlin, Rock am Ring und die Ruhrtriennale.

In Deutschland gibt es 46 unter Unesco-Schutz stehende Denkmäler – in Europa hat nur Italien mehr Weltkulturerbestätten. Das in Berlin im Rahmen des Wiederaufbaus des Stadtschlosses entstehende Humboldt-Forum wird ein neues kulturelles Zentrum werden. Es soll – geprägt von Weltoffenheit – einen internationalen Wissensaustausch und den Dialog der Kulturen ermöglichen.

Weltweit schafft das Goethe-Institut an 159 Standorten in 98 Ländern Zugänge zur deutschen Sprache und Kultur.