Starker Wissensstandort
Deutschland genießt weltweit den Ruf eines innovationsstarken Landes mit einer breiten Wissenschafts- und Forschungslandschaft. Die Basis dafür bilden die 426 Hochschulen. Eine weitere wichtige Säule des Wissensstandorts stellt die Industrieforschung dar. Deren Stärke zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Deutschland bei den Patentanmeldungen zu den weltweit führenden Nationen gehört. Eine Schlüsselrolle nehmen zudem die vier großen, international renommierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein. Diese sind:
- Fraunhofer-Gesellschaft Fraunhofer-Gesellschaft Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt anwendungsorientierte Forschung. Auftraggeber sind Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie die öffentliche Hand. Mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von 3 Milliarden Euro. Die Fraunhofer-Gesellschaft… Mehr erfahren ›
- Helmholtz-Gemeinschaft Helmholtz-Gemeinschaft Mit ihren 18 Forschungszentren, einem Jahresbudget von 4,5 Milliarden Euro und mehr als 39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Helmholtz-Gemeinschaft Deutschlands größte Wissenschaftsorganisation. Sie engagiert sich in den Bereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Luft- und… Mehr erfahren ›
- Leibniz-Gemeinschaft Leibniz-Gemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) war einer der letzten Universalgelehrten. Entsprechend breit fächert sich das wissenschaftliche Spektrum der 97 Forschungseinrichtungen: Es reicht von den Geistes- und Wirtschaftswissenschaften bis zur Mathematik. Im Mittelpunkt steht die anwendungsorientierte… Mehr erfahren ›
- Max-Planck-Gesellschaft Max-Planck-Gesellschaft Die Max-Planck-Gesellschaft wurde am 26. Februar 1948 – in Nachfolge der bereits 1911 errichteten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften – gegründet. Die 85 Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Max… Mehr erfahren ›
Wie viel investiert Deutschland in Wissenschaft und Forschung?
Deutschland investiert stark in Forschung und Wissenschaft, um diese Innovationskraft zu sichern und weiter zu stärken. Die Bundesrepublik gehört deshalb zur Spitzengruppe der Länder, die jährlich rund drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung investieren. Bis 2030 soll der Anteil der gesamtstaatlichen Ausgaben auf mindestens 3,5 Prozent steigen.
Was zeichnet das deutsche Bildungssystem aus?
Das deutsche Bildungssystem ist im internationalen Vergleich auch außerhalb der Spitzenforschung gut an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst. Etwa 80 Prozent der Erwachsenen haben das Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, damit liegt Deutschland im Durchschnitt der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Eine traditionell starke Rolle spielt dabei die duale berufliche Bildung, die international hohes Ansehen genießt.
In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Studierenden stark an. Darauf reagierten Bund und Länder mit dem Hochschulpakt 2020, der zusätzliche Studienplätze finanziert. Auf diesen Pakt baut der „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ auf, der dauerhaft Studienbedingungen und Lehrqualität stärkt.
Welche Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten gibt es in Deutschland?
Die universitäre Spitzenforschung wiederum wird durch die Exzellenzstrategie unterstützt. Gefördert werden Exzellenzcluster zu bestimmten Forschungsfeldern sowie Exzellenzuniversitäten, die als herausragende Universitätsstandorte international als Leuchttürme wahrgenommen werden. Für das Gesamtprogramm stehen ab 2026 jährlich 687 Millionen Euro Euro Der Euro ist die Währung der Europäischen Währungsunion und nach dem US-Dollar der zweitwichtigste Vertreter im Weltwährungssystem. Die geldpolitische Verantwortung für den Euro trägt die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main zusammen mit den nationalen Notenbanken. In 20 der 27 EU… Mehr erfahren › zur Verfügung.
Welches sind die elf deutschen Exzellenzuniversitäten?
- Berlin Berlin Einmal im Jahr, zur Berlinale, richtet die Filmwelt ihren Fokus auf Berlin. Aber globales Interesse sind die Berliner gewohnt. Schließlich sind sie, seit die Hohenzollern 1458 ihre Residenz errichteten, Hauptstädter. Eine Historie, die auch Schatten hat: die Nazi-Herrschaft und das DDR-Regime, das… Mehr erfahren › University Alliance
- Eberhard Karls Universität Tübingen
- Karlsruher Institut für Technologie
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Technische Universität Dresden
- Technische Universität München (TUM)
- Universität Hamburg Hamburg Im Stadtstaat Hamburg sorgt der Hafen für den Herzschlag der Wirtschaft, wenngleich Airbus, Otto Versand und der Nivea-Konzern Beiersdorf dies nicht sofort erkennen lassen. Dass aber fast alle großen Ölkonzerne an der Elbe vertreten sind, ist den Tanker-Terminals zu verdanken. Seeleute und Sehleute… Mehr erfahren ›
- Universität Heidelberg
- Universität Konstanz
Welche Forschungsbereiche fördert die deutsche Bundesregierung mit besonderem Fokus?
Die Bundesregierung Bundesregierung Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin sowie die Bundesminister und -ministerinnen bilden die Bundesregierung, das Kabinett. Neben der Richtlinienkompetenz des Regierungsoberhaupts gilt das Ressortprinzip, nach dem die Ministerinnen und Minister ihren Bereich im Rahmen dieser Richtlinien eigenständig… Mehr erfahren › will mit einer „Zukunftsstrategie Forschung“ ihre Ressourcen effektiv bündeln. Dafür hat sie zentrale Zukunftsfelder definiert, unter anderem:
- moderne Technologien für eine wettbewerbsfähige und klimaneutrale Industrie
- ein nachhaltiges Landwirtschafts- und Ernährungssystem
- technologische Souveränität
- ein modernes, krisenfestes Gesundheitssystem, das die Chancen biotechnologischer und medizinischer Verfahren nutzt
Covid-19-Impfstoff: Herausragendes Beispiel staatlicher Förderung
Als Musterbeispiel für erfolgreiche staatliche Förderung gilt die Entwicklung des ersten mRNA-Impfstoffs gegen das Coronavirus durch das Mainzer Unternehmen Biontech, deren Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin auch an der Universität Mainz lehren. Der Staat förderte die Impfstoffentwicklung dort und in anderen Fällen umfassend.
Die deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen legen großen Wert darauf, sich international auszurichten. Im Zuge des sogenannten Bologna-Prozesses, der europäischen Studienreform, wurden in Deutschland die Studienangebote weitgehend auf die international etablierten Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Viele Studiengänge, insbesondere im Masterbereich, werden in einer Fremdsprache angeboten, vor allem auf Englisch.
Warum deutsche Hochschulen attraktiv für internationale Studierende sind
Deutschland gilt schon seit Längerem als das beliebteste nicht englischsprachige Gastland für internationale Studierende. Insgesamt kommt etwa jeder zehnte der rund drei Millionen Studierenden aus dem Ausland. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern fallen für das Studium an den öffentlichen Hochschulen in Deutschland mit Ausnahme einzelner Bundesländer Bundesländer Die Bundesrepublik Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat. Sowohl der Bund als auch die 16 Länder verfügen über eigenständige Kompetenzen. Für Außenpolitik, Europapolitik, Verteidigung, Justiz, Arbeit, Soziales, Steuern und Gesundheit ist die Bundesebene zuständig. Die Zuständigkeit für die… Mehr erfahren › wie etwa Baden-Württemberg Baden-Württemberg Über Superlative reden sie nicht gerne, die Menschen in Baden-Württemberg. Dabei sammelt ihr Bundesland Rekorde: Die Region um Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen gehört zu den forschungsstärksten der EU. Nirgendwo in Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerung mehr Patentanmeldungen. Für Tüftler… Mehr erfahren › keine oder nur geringe Studiengebühren an. Die deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind auch für internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr attraktiv: So liegt etwa an den vier größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Anteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aus dem Ausland stammen, bei rund 30 Prozent.
Weltoffene Wissenschaft in Deutschland
Bei der Fächerwahl dominieren die Ingenieurwissenschaften (42 Prozent) sowie die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (25 Prozent).
Knapp 140.000 Deutsche studieren im Ausland, die meisten von ihnen streben auch einen Abschluss im Ausland an.
Rund 65.500, also 15 Prozent, wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeitende mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind an Hochschulen in Deutschland angestellt.
Die wichtigsten Herkunftsländer des internationalen Wissenschaftspersonals sind Indien (9 Prozent), China und Italien (jeweils 7 Prozent).
Kooperation mit internationalen Partnern
Die Vernetzung mit internationalen Partnern spielt für deutsche Hochschulen ebenfalls eine zentrale Rolle. Sie bauen deshalb ihre weltweiten Kooperationen kontinuierlich aus. Deutschland unterstützt sie dabei zum Beispiel über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und die Alexander von Humboldt-Stiftung Alexander von Humboldt-Stiftung Die 1860 gegründete Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Sie ermöglicht jährlich über 2.000 internationalen Forschern einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland und pflegt ein… Mehr erfahren › aus Mitteln des Auswärtigen Amts. Zentral für die auswärtige Wissenschafts- und Hochschulpolitik sind Stipendienprogramme, die Aufenthalte ausländischer Studierender sowie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützen. Darüber hinaus fördert Deutschland weltweite Hochschulpartnerschaften. Es bestehen mehr als 37.000 Vereinbarungen zwischen deutschen Hochschulen und Partnereinrichtungen in mehr als 150 Ländern.