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Bildung & Wissen

Starker Wissensstandort

Der Wissenschaftsstandort Deutschland ist gut aufgestellt. Die Forschung ist internationaler ausgerichtet als je zuvor.
Studienabschluss
© Matthias Jung/laif

Deutschland gehört weltweit zu den ersten Adressen in Forschung und akademischer Ausbildung. Dafür steht symbolisch mit mehr als 80 Auszeichnungen der dritte Rang unter den Nobelpreisträgernationen. In der globalisierten Welt, in der Wissen als wichtigster „Rohstoff“ gilt, ist das Land mit seiner Tradition in Forschung und Entwicklung im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe gut aufgestellt. Geprägt wird der Wissensstandort von drei großen Akteuren: dem dichten Netz von rund 400 Hochschulen, der starken Industrieforschung und den vier international renommierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft. Deutschland gehört international in die Spitzengruppe jener wenigen Länder, die rund 3 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung investieren; bis 2025 sollen diese Ausgaben auf mindestens 3,5 Prozent gesteigert werden.

Weltmarktrelevante Patente 2016

pro Million Einwohner/-innen, Quelle: BMBF

Erfolgreiche Exzellenzstrategie

Mit zahlreichen Reformen haben Politik und Hochschulen die Initiative zur Weiterentwicklung und Internationalisierung des Wissensstandorts ergriffen. Erfolgreiche Maßnahmen waren etwa die Exzellenzinitiative und in der Folge die Exzellenzstrategie: Letztere fördert zehn herausragende Exzellenzuniversitäten, einen Exzellenzverbund sowie 57 Exzellenzcluster und stärkt damit die universitäre Spitzenforschung. Die Hightech-Strategie 2025 ermöglicht technologische Innovationen für zentrale gesellschaftliche Bereiche wie Klimaschutz, Mobilität oder Gesundheit und festigt Deutschlands Position im weltweiten Wettbewerb. Auch die Internationalisierungsstrategie stärkt Deutschland als Akteur in der globalen Wissensgesellschaft. Die weltweite Vernetzung gilt dabei als Schlüssel.

Als größte Forschungsnation Europas hat Deutschland 2014 als erster EU-Mitgliedsstaat eine Strategie zur weiteren Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums (EFR) vorgelegt. Für Dynamik sorgt auch der Pakt für Forschung und Innovation: Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen verpflichten sich damit auf bestimmte forschungspolitische Ziele und erhalten im Gegenzug zusätzliche Mittel. Mit dem Hochschulpakt 2020 und in der Folge dem Zukunftsvertrag reagierte die Bundesregierung außerdem auf die steigenden Studierendenzahlen in Deutschland und legte eine wichtige Grundlage für die Qualitätssicherung des Studiums.

Auf der internationalen Ausrichtung liegt ein besonderer Schwerpunkt. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurden die Studienangebote weitgehend auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt, viele Studiengänge werden in einer Fremdsprache angeboten. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern fallen für das Studium an den öffentlichen Hochschulen keine Studienbeiträge an. Für internationale Studierende zählt Deutschland weltweit zu den fünf beliebtesten Zielländern. Auch die Zahl internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Hochschulen hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und liegt bei rund 12 Prozent. Viele deutsche Hochschulen engagieren sich mit dem „Export“ von Studienangeboten und dem Aufbau von Hochschulen nach deutschem Modell im internationalen Bildungsmarkt. Es studieren zudem zahlreiche junge Deutsche im Ausland – 2017 kamen auf 1.000 deutsche Studierende an Hochschulen im Inland 55 deutsche Studierende im Ausland.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Mio. €

Quelle: Destatis

Internationale Vernetzung

Grundsätzlich ist das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich relativ gut an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst. 87 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben das Abi­tur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Im OECD-Schnitt sind es 86 Prozent.

Die Vernetzung mit internationalen Partnern spielt für deutsche Hochschulen eine wichtige Rolle. Sie haben ihre weltweiten Kooperationen in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Die Bundesregierung unterstützt sie dabei über das Auswärtige Amt (AA) und den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Im Rahmen der Außenwissenschaftsinitiative des AA entstanden seit 2009 fünf Exzellenzzentren in Chile, Kolumbien, Russland und Thailand. Mehrere Hochschulen und Institutionen aus Deutschland sowie aus dem Partnerland arbeiten dort jeweils zusammen.