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Europa

Europas Green Deal

Der „Green Deal“ der Europäischen Union liefert einen Masterplan für einen gerechten Übergang zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen Zukunft.
EU Green Deal Windenergy
© dpa

Vom 1. Juli 2020 an hat Deutschland für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft inne. Die Bewältigung der Corona-Pandemie ist dabei die vordringlichste Aufgabe. Aber unter dem Motto: „Gemeinsam. Europa wieder stark machen“ soll Klimaschutz ganz oben auf der Agenda stehen. Zu den wichtigsten Vorhaben gehört dabei das europäische Klimagesetz, mit dem das im Green Deal formulierte Ziel der Klimaneutralität bis 2050 verbindlich verankert werden soll. Außerdem steht eine Nachschärfung des EU-Klimaziels für 2030 an. Deutschland unterstützt dabei den Kommissionsvorschlag, das bisherige Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgasen gegenüber 1990 auf 50 bis 55 Prozent zu erhöhen.

Die Ziele des Green Deal

Mit ihrem „Green Deal“ hat sich die Europäische Union ein weitreichendes Ziel gesetzt. Bis 2050 soll Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Das Vorhaben, das EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrem Amtsantritt im Dezember 2019 vorgelegt hat, ist damit nicht nur ein Masterplan für die nächsten Jahre. Das Projekt nimmt die kommenden drei Jahrzehnte in den Blick, um Europa auf nachhaltige und soziale Weise zu modernisieren. Die Kommission reagiert damit auf die wachsenden Risiken, die Klimawandel und Artensterben für die Volkswirtschaften der EU mit sich bringen. Und sie reagiert auf die Ergebnisse der Europawahlen vom Mai 2019. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger, so zeigte das Votum, wünschen sich mehr Klima- und Umweltschutz.

Grüne Technologien als Chance

Der Green Deal ist im Kern eine neue Wachstumsstrategie. Der Grundgedanke ist einfach: Ein großer Teil der Wirtschaftsleistung Europas hängt ab vom Erhalt der natürlichen Grundlagen. Das betrifft Wasser, Luft und Böden genauso wie Wälder, Meere und ein stabiles Klima. Um Wohlstand auch in Zukunft zu sichern, ist Vorsorge der beste Weg. Der Green Deal setzt deshalb auf grüne Technologien und den schonenden Umgang mit der Natur. Ziel ist, das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln und gleichzeitig neue Jobs zu schaffen. Die zahlreichen Initiativen des Projekts geben den Unternehmen zudem die nötige Planungssicherheit und setzen den Rahmen für eine krisenfestere EU. Auch bei der Bewältigung der Coronakrise ist dies die Leitidee.

Video: The European Green Deal

Nachhaltigkeit als Grundprinzip der Europäischen Union ist nicht neu. Doch der Green Deal geht darüber hinaus. Er unterstützt und beschleunigt den bereits begonnenen Umbau und macht daraus ein umfassendes Konzept für die Zukunft. Der Plan berücksichtigt alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft – von Industrie, Handel, Verkehr und Landwirtschaft bis zu Biodiversität, Naturerbe, Kreislaufwirtschaft und Strukturwandel. Auch Steuern und Finanzen sollen – als wichtige Hebel für Transformationsprozesse – künftig nach grünen Kriterien ausgestaltet sein.

Vision für den Kontinent

Mit dem Pariser Klimaabkommen hat auch die Europäische Union sich dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, am besten aber 1,5 Grad zu begrenzen. Wie Europas Beitrag dazu aussehen soll, ist im Green Deal mit konkreten Strategien und Maßnahmen ausbuchstabiert. Damit will die EU zudem ein glaubwürdiges Beispiel setzen und so auf internationaler Ebene um Mitstreiter und Bündnispartner werben.