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Umwelt & Klima

Generationenprojekt Energiewende

Seit den 1990er-Jahren fördert Deutschland Erneuerbare Energien. Die Energiewende führt zu einer Versorgung aus überwiegend regenerativen Quellen.
Generationenprojekt Energiewende
© Unsplash

Die Energiewende wird in Deutschland mit hoher Priorität vorangetrieben. Im Zentrum stehen dabei die Steigerung der Energieeffizienz und der möglichst schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien.

Statt aus Öl, Kohle, Gas oder Atomkraft soll der Strom in Deutschland künftig vorwiegend aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse stammen. Schon im Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Diese grundlegende Umstellung der Energieversorgung ist zentrale Voraussetzung dafür, Deutschland bis 2045 zu einem klimaneutralen Industrieland zu entwickeln. Eine zusätzliche Herausforderung liegt dabei darin, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien auch den erwarteten Anstieg des Strombedarfs, etwa durch eine höhere Elektromobilität, abdecken muss.

Zugleich will Deutschland aus sicherheits- und wirtschaftspolitischen Gründen möglichst schnell unabhängig von Erdöl- und Erdgasimporten werden. Als rohstoffarmes Land musste die Bundesrepublik fossile Energieträger zu großen Teilen aus anderen Ländern importieren. Der rasche Umstieg auf erneuerbare Energien dient deshalb auch dazu, die damit einhergehenden Abhängigkeiten zu verringern und letztlich komplett abzubauen. Das Generationenprojekt Energiewende soll künftig eine saubere, bezahlbare und sichere Energieversorgung garantieren. 

Abschied von Kohle- und Atomenergie beschlossen

Deutschland hat früh den Ausstieg sowohl aus der Atomkraft als auch aus der Kohleverstromung eingeleitet. Schon im Jahr 2000 vereinbarte die damalige Bundesregierung Bundesregierung Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin sowie die Bundesminister und -ministerinnen bilden die Bundesregierung, das Kabinett. Neben der Richtlinienkompetenz des Regierungsoberhaupts gilt das Ressortprinzip, nach dem die Ministerinnen und Minister ihren Bereich im Rahmen dieser Richtlinien eigenständig… Mehr erfahren › mit den deutschen Energieunternehmen einen Atomausstieg. Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 wurde das reguläre Ende der Atomkraft für Ende 2022 festgelegt. Die letzten Kraftwerke sollen nun spätestens 2023 vom Netz gehen. 

Ein im Jahr 2020 beschlossenes Gesetz legt zudem fest, dass Deutschland spätestens 2038 aus der Kohleverstromung aussteigt. Die betroffenen Kohleregionen in Deutschland erhalten Hilfen für den notwendigen Strukturwandel. Die seit Ende 2021 amtierende Bundesregierung strebt an, den Kohleausstieg idealerweise schon bis 2030 abzuschließen.

Frühe Weichenstellungen bei erneuerbaren Energien

Die Förderung der regenerativen Energien begann in Deutschland schon in den 1990er-Jahren; im Jahr 2000 wurde sie dann mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz Erneuerbare-Energien-Gesetz Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Es hat sich in Bezug auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien als sehr erfolgreich erwiesen  und wurde weltweit von… Mehr erfahren › (EEG) fest verankert. Bestandteil war auch die sogenannte EEG-Umlage, mit der die erhöhten Kosten des Ökostromausbaus anteilig auf die Verbraucherinnen und Verbraucher umgelegt wurden. Die Bundesregierung Bundesregierung Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin sowie die Bundesminister und -ministerinnen bilden die Bundesregierung, das Kabinett. Neben der Richtlinienkompetenz des Regierungsoberhaupts gilt das Ressortprinzip, nach dem die Ministerinnen und Minister ihren Bereich im Rahmen dieser Richtlinien eigenständig… Mehr erfahren › schaffte die Umlage 2022 ab, um die Stromkunden bei den stark steigenden Energiekosten zu entlasten.

Auch dank staatlicher Förderung stammt heute schon ein großer Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien. Im ersten Halbjahr 2022 lag der Anteil bei rund 49 Prozent. Die Bundesregierung will den Ausbau in den 2020er-Jahren massiv beschleunigen. Das bedeutet konkret: Es entstehen neue Windkraftanlagen an Land und vor allem auch auf See. Alle geeigneten Dachflächen sollen für die Solarenergie genutzt werden, geplant sind zudem mehr Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen. 

Die Energiewende erfordert jedoch nicht nur neue Anlagen, sondern auch ein passendes Stromnetz. So sind mehrere hundert Kilometer lange Stromtrassen notwendig, um den vor allem im Norden gewonnenen Strom aus Windkraft in den Süden Deutschlands zu transportieren, wo große Industriebetriebe angesiedelt sind. Das Bundesministerium für Wirtschaft- und Klimaschutz schreibt dem Ausbau der überregionalen Netze und auch der lokalen Verteilernetze eine „zentrale Bedeutung für eine erfolgreiche Energiewende“ zu.

Grüner Wasserstoff als zentraler Bestandteil der Energiewende

Als unverzichtbar für eine erfolgreiche Energiewende gilt der Einsatz von grünem Wasserstoff, der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Wichtig ist dies vor allem für eine nachhaltige Industrie: So kann grüner Wasserstoff in Bereichen eingesetzt werden, in denen eine Elektrifizierung absehbar nicht möglich oder schwierig ist, beispielsweise in der Stahl- und in der Chemieindustrie, außerdem im Flug- oder Schiffsverkehr. 

Deutschland setzt bei seiner Wasserstoffstrategie stark auf internationale Zusammenarbeit, weil signifikante Mengen importiert werden müssen. Denn grüner Wasserstoff wird am besten dort produziert, wo für die Herstellung genügend erneuerbare Energie aus Sonne oder Wind zur Verfügung steht. Die Bundesregierung Bundesregierung Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin sowie die Bundesminister und -ministerinnen bilden die Bundesregierung, das Kabinett. Neben der Richtlinienkompetenz des Regierungsoberhaupts gilt das Ressortprinzip, nach dem die Ministerinnen und Minister ihren Bereich im Rahmen dieser Richtlinien eigenständig… Mehr erfahren › baut deshalb beispielsweise 
auf strategische Partnerschaften, etwa mit Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens (MENA-Region), in Süd- und Westafrika sowie mit Australien. Zugleich fördert Deutschland die Forschung und Entwicklung im Bereich grüner Wasserstoff, um mit modernen und zukunftsweisenden Klimaschutztechnologien zum internationalen Vorreiter zu werden.

Energie effizienter nutzen

Deutschlands Energie soll aber nicht nur grüner produziert, sondern auch effizienter und sparsamer genutzt werden. Denn es gilt das Motto: „Die sauberste und günstigste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird.“ Der Primärenergieverbrauch ging schon deutlich zurück: Im Jahr 2020 lag der Rückgang im Vergleich zum Jahr 2008 bei gut 
17 Prozent, bis 2050 soll der Verbrauch um 50 Prozent sinken.

Deutliches Einsparpotenzial besteht im Gebäudebereich. Denn dort werden rund 35 Prozent der gesamten Endenergie verbraucht, etwa durch Heizungen und Warmwasser. Deutschland unterstützt Bürgerinnen und Bürger mit staatlicher Förderung bei der energetischen Gebäudesanierung. Seit dem Jahr 2000 nahmen bereits mehr als fünf Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer eine solche Sanierung vor, indem sie etwa eine alte Heizungsanlage austauschten oder energiesparende Fenster einbauten. 

Auch die Digitalisierung trägt zu einer erfolgreichen Energiewende 
bei, etwa durch die Einführung von intelligenten Messsystemen. Sogenannte Smart Meter lösen zunehmend die analogen Stromzähler ab. Ein Vorteil: Der Zähler zeigt den tatsächlichen Stromverbrauch und auch die tatsächliche Nutzungszeit an. So können Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel besser erkennen, wie sie am besten Strom einsparen können. 

Intelligente Messsysteme helfen zudem dabei, im Netz Erzeugung und Verbrauch von Strom richtig aufeinander abzustimmen. Sie tragen zum Beispiel mit dazu bei, dass genügend Strom fließt, wenn künftig immer mehr Bürgerinnen und Bürger am Abend und in der Nacht ihre Elektroautos gleichzeitig an der Steckdose laden.