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Urbane Lebensqualität

Deutsche Großstädte schneiden in Rankings zur Lebensqualität sehr gut ab. Immer mehr Menschen möchten urban wohnen.
Basketball in der Stadt
© Syda Productions/stock.adobe.com

Gute Arbeitsplätze, saubere Umwelt, geringe Kriminalität, viele Freizeit- und Kulturangebote, gute Verkehrsverbindungen: diese Eigenschaften werden deutschen Städten häufig bescheinigt. In einer 2019 veröffentlichten Studie des amerikanischen Beratungsunternehmens Mercer zur Bewertung der Lebensqualität in 231 Großstädten sind sechs deutsche Städte in den Top 25. Mit München (Rang 3), Düsseldorf (6) und Frankfurt a. M. (7) kamen sogar drei Städte unter die besten zehn. Berlin Berlin Einmal im Jahr, zur Berlinale, richtet die Filmwelt ihren Fokus auf Berlin. Aber globales Interesse sind die Berliner gewohnt. Schließlich sind sie, seit die Hohenzollern 1458 ihre Residenz errichteten, Hauptstädter. Eine Historie, die auch Schatten hat: die Nazi-Herrschaft und das DDR-Regime, das… Mehr erfahren › (13), Hamburg Hamburg Im Stadtstaat Hamburg sorgt der Hafen für den Herzschlag der Wirtschaft, wenngleich Airbus, Otto Versand und der Nivea-Konzern Beiersdorf dies nicht sofort erkennen lassen. Dass aber fast alle großen Ölkonzerne an der Elbe vertreten sind, ist den Tanker-Terminals zu verdanken. Seeleute und Sehleute… Mehr erfahren › (19) und Nürnberg (23) sind ebenfalls auf Spitzenplätzen.

In Deutschland gibt es 81 Großstädte (mehr als 100.000 Einwohner) und 621 Mittelstädte zwischen 20.000 und 99.999 Einwohner; rund drei Viertel der Menschen leben bereits in Städten. Fachleute diskutieren allerdings, ob der starke Trend zum Leben in der Stadt durch die Corona-Pandemie zumindest zeitweise gebremst werden könnte. Vielen Menschen dürfte es angesichts der neuen flexiblen Arbeitsmöglichkeiten zunehmend weniger wichtig sein, möglichst nah an ihrer Arbeitsstelle zu wohnen.

Soziale Vielfalt auf dem Wohnungsmarkt bewahren

Die Nachfrage nach urbanem Wohnraum hat zu einem starken Anstieg der Mietpreise bei Neuvermietungen sowie der Immobilienpreise geführt. Deutschland liegt bei der Wohn­eigentumsquote innerhalb der OECD an vorletzter Stelle. 47 Prozent der Haushalte wohnen in den eigenen vier Wänden. Die Mehrheit zahlt Miete. Knapp 13 Prozent der Menschen sehen die Wohnkosten als „starke finanzielle Belastung“. 26 Prozent der Monatseinkünfte entfallen im Durchschnitt auf Ausgaben fürs Wohnen. Die Bundesregierung Bundesregierung Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin sowie die Bundesminister und -ministerinnen bilden die Bundesregierung, das Kabinett. Neben der Richtlinienkompetenz des Regierungsoberhaupts gilt das Ressortprinzip, nach dem die Ministerinnen und Minister ihren Bereich im Rahmen dieser Richtlinien eigenständig… Mehr erfahren › hat daher eine Mietpreisbremse auf den Weg gebracht, die in Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt die soziale Vielfalt bewahren soll. Sie sieht – mit Ausnahmen – vor, dass die Miete bei einem Mieterwechsel nur noch um höchstens zehn Prozent teurer ist als eine vergleichbare Wohnung. Während der Corona-Pandemie schützte die Bundesregierung Mieterinnen und Mieter vor Kündigung wegen Zahlungsverzug.

2018 hat die Bundesregierung im Rahmen einer „Wohnraumoffensive“ den Bau von 1,5 Millionen neuen Wohnungen und Eigenheimen als Ziel gesetzt und zwei Milliarden Euro Euro Der Euro ist die Währung der Europäischen Währungsunion und nach dem US-Dollar der zweitwichtigste Vertreter im Weltwährungssystem. Die geldpolitische Verantwortung für den Euro trägt die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main zusammen mit den nationalen Notenbanken. In 19 der 27 EU… Mehr erfahren › für sozialen Wohnungsbau bereitgestellt. Außerdem erhalten Familien einen staatlichen Zuschuss – sogenanntes Baukindergeld – zum Erwerb von Wohneigentum.