Direkt zum Inhalt

Kultureller Dialog

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist zentraler Baustein einer umfassenden Außenpolitik.
Handschriften restaurieren
© Photothek via Getty Images

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) ist neben der klassischen Diplomatie und der Außenwirtschaftspolitik die dritte Säule der deutschen Außenpolitik. Zu ihren wichtigsten Zielen gehört, mit dem Austausch und der Zusammenarbeit in Kultur, Bildung und Wissenschaft die Basis für eine echte Außenpolitik der Gesellschaften zu legen, indem der Dialog zwischen den Menschen und Zivilgesellschaften ermöglicht wird. Die Auswärtige Kulturpolitik eröffnet so Wege zu einem gegenseitigen Verstehen – ein zentraler Baustein einer Politik, die sich für den friedlichen Ausgleich engagiert.

Weitere Aufgaben der AKBP sind die Förderung der deutschen Sprache in der Welt, Deutschland als Land einer erfolgreichen und vielfältigen Kulturszene bekannt zu machen und dabei durch Austausch gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Zu den konkreten Initiativen gehören zum Beispiel die Förderung verschiedener Kulturprogramme wie Ausstellungen, Kooperationsprojekte deutscher Theater, Literatur- oder Filmförderung sowie diverser Bildungsprogramme wie die Partnerschulinitiative „Schulen: Partner der Zukunft (PASCH)“, aber auch Projekte im Dialog mit der islamischen Welt oder „kulturweit“, ein Angebot, mit dem junge Menschen aus Deutschland einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren können.

Die gesellschaftspolitische Dimension von Kultur im Blick

Das Auswärtige Amt betraut mit der Umsetzung vor allem privat­rechtlich organisierte Mittlerorganisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), den Deutschen Akademischen Austauschdienst ( DAAD DAAD Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen. Er hat die Aufgabe, die Hochschulbeziehungen mit dem Ausland vor allem durch den Austausch von Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern. Seine Programme sind in… Mehr erfahren › ), die Deutsche UNESCO-Kommission oder die Alexander von Humboldt-Stiftung Alexander von Humboldt-Stiftung Die 1860 gegründete Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Sie ermöglicht jährlich über 2.000 internationalen Forschern einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland und pflegt ein… Mehr erfahren › .

Die Arbeit der Kulturmittler wird durch Zielvereinbarungen definiert, in der Programm- und Projektgestaltung sind sie jedoch weitgehend frei. Das Goethe-Institut ist mit 157 Instituten in 98 Ländern präsent. Es fördert die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Das ifa widmet sich vor allem dem Kulturdialog mit Ausstellungen und Konferenzen. Trends im Kulturdialog sind digitale Kultur- und Vermittlungsangebote und die neuen Möglichkeiten interaktiver Partizipation. In allen Projekten legt die Auswärtige Kulturpolitik Wert auf einen umfassenden Kulturbegriff, der die gesellschaftspolitische Wirkung von Kultur im Blick hat.

Das umfasst zum Beispiel auch die Bedeutung des kulturellen Erbes für Gesellschaften: Das Kulturerhalt-Programm unterstützt die Bewahrung bedeutender Kulturgüter in der ganzen Welt und trägt damit zu kultureller Identität bei. Dabei geht es etwa um den Erhalt der Handschriften von Timbuktu in Mali oder das Erstellen digitaler Kulturgüterregister für Syrien, die Digitalisierung traditioneller Musik in Kamerun oder die Restaurierung des indonesischen Tempels Borobudur.