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Entspanntes Genießen

Deutsche Küche und deutsche Weine gehören zu dem Besten, was Europa zu bieten hat. Regionale und gesunde Genüsse liegen besonders im Trend.
Weinstöcke an der Mosel
© dpa

Seit Anfang des Jahrtausends erlebt der deutsche Wein eine internationale Renaissance, die eng mit dem Begriff „Rieslingwunder“ verknüpft ist und weitgehend von einer jungen Winzergeneration verkörpert wird, die vor allem auf hohe Qualität statt große Erträge setzt. Die lange Vegetationszeit und die vergleichsweise geringe Sommerhitze machen die Weine aus Deutschland filigran und nicht zu alkoholreich.

Deutsche Weine wachsen in 13 Anbaugebieten, in denen auf rund 103.000 Hektar eine große Vielfalt regionaltypischer Weine ausgebaut werden. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland mit seiner Rebfläche und rund 16.900 Weingütern eher zu den mittleren Weinanbauländern; 2019 lag die Produktion bei 8,3 Millionen Hektolitern. Der Marktanteil von Biowein liegt bei rund 9 Prozent. Die deutschen Weinanbaugebiete gehören zu den nördlichsten der Welt. Außer Sachsen Sachsen Meißen ist zwar eine kleine, aber dank ihres Porzellans neben der Landeshauptstadt Dresden und der Messemetropole Leipzig wohl die bekannteste Stadt Sachsens. Der Freistaat gehört zu den dynamischen Wirtschaftsregionen im Osten Deutschlands, vor allem die IT-Branche, der feinmechanische Uhrenbau… Mehr erfahren › und Saale-Unstrut liegen sie vor allem im Südwesten und Süden des Landes. Die drei größten Anbaugebiete sind Rheinhessen, Pfalz und Baden. Mehr als 100 Rebsorten werden angebaut, größere Marktbedeutung haben rund 20, allen voran die Weißweine Riesling und Müller-Thurgau. Deutschland erzeugt zu rund 66 Prozent Weißwein und zu 34 Prozent Rotwein; Spätburgunder und Dornfelder sind hier die wichtigsten Rebsorten.

Traditionen und neue Gewohnheiten

Deutschland ist auch ein Land des Bieres. Dabei wird deutsches Bier vor allem für seine teils jahrhundertealte Brautradition der vielen kleinen Familien- und Klosterbrauereien geschätzt. Für alle deutschen Biere gilt ohne Ausnahme das absolute Reinheitsgebot, die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt aus dem Jahr 1516. Sie besagt, dass außer Wasser, Hopfen und Malz keine anderen Zutaten verwendet werden dürfen. 5.000 bis 6.000 Biersorten werden in Deutschland hergestellt, die meisten in der Pilsener Brauart; insgesamt ist der Bierkonsum jedoch rückläufig. Ein Trend sind so genannte „Craftbiere“ von kleinen unabhängigen Brauereien, die auf ungewöhnliche Geschmacksrichtungen setzen.

Die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland sind nicht eindeutig zu interpretieren. Einerseits entwickeln viele Konsumenten eine wachsende Sensibilität für den eigenen Körper und auch ein stärkeres Gesundheits­bewusstsein und setzen daher auf ausgewogene Ernährungskonzepte. Megatrends wie die Mobilität oder die Individualisierung der Lebensstile nehmen anderseits einen deutlichen Einfluss auf Ess- und Trinkgewohn­heiten.

Die deutsche Gastronomie gilt als dynamisch und vielseitig – und sie zählt zu den besten in Europa. Neben der Top-Gastronomie, dem Crossover-Stil und einer zunehmend vegetarisch und vegan ausgerichteten Küche erleben alte Gemüsesorten wie Pastinaken, Butterrüben und Topinambur eine Renaissance. Sie sind Säulen des aktuellen Booms des Gesunden, Saisonalen, Regionalen und des Geschmacks von Heimat. Dabei werden die Klassiker von einer jungen Kochszene interpretiert und mit globalen Einflüssen aufgewertet. Allerdings hat die Corona-Pandemie der Gastronomie wirtschaftlich stark zugesetzt. Trotz umfangreicher staatlicher Hilfen brachte die Krise zahlreiche Betriebe in Existenznot.