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Wirtschaft & Innovation

Attraktiver Arbeitsmarkt

Der Deutsche Arbeitsmarkt ist – dank Kurzarbeit in der Corona-Krise – stabil und bietet internationalen Fachkräften attraktive Karrierechancen.
Attraktiver Arbeitsmarkt
© Gorodenkoff/stock.adobe.com

Der deutsche Arbeitsmarkt stand Anfang 2020 kurz vor der Vollbeschäftigung. Im ersten Quartal 2020 waren mit 45 Millionen Menschen so viele wie noch nie erwerbstätig. Doch während der Corona-Krise stieg die Arbeitslosenzahl im Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 637.000 auf 2,8 Millionen, die Anzahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit auf über 6,8 Millionen (im April). Solange eine zweite Infektionswelle vermieden werden kann, gehen Ökonomen von einer V-förmigen Entwicklung der Wirtschaftsleistung und damit von einer baldigen Erholung des Arbeitsmarktes aus. Das Mittel der Kurzarbeit hat sich bereits in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 bewährt. Es ermöglicht Unternehmen bei einem erheblichen Arbeitsausfall Arbeitnehmer vorübergehend in staatlich unterstützte Kurzarbeit zu schicken. Dadurch werden Kündigungen vermieden und der Neustart erleichtert.

Zur Schaffung eines modernen, gerechten und transparenten Arbeitsmarktes hat die Bundesregierung zahlreiche arbeitsmarktpolitische Vorhaben realisiert. Seit Anfang 2015 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn. Die Frauenquote wiederum soll zu einer gleichen Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen führen. Börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen müssen seit 2016 für alle Aufsichtsratsposten eine Frauenquote von 30 Prozent einhalten. Das „Tarifeinheitsgesetz“ garantiert hingegen, dass in einem Betrieb für gleiche Tätigkeiten nicht verschiedene Tarifverträge gelten. Und: Wer über 45 versicherungspflichtige Beitragsjahre nachweist, kann mit dem vollendeten 63. Lebensjahr seit dem 1. Juli 2014 abschlagsfrei in Rente gehen.

Attraktive Karrierechancen für internationale Fachkräfte

Angesichts des demografischen Wandels ist  die Sicherung der Fachkräftebasis eine der vordringlichsten Aufgaben der Bundesregierung.

Dafür wurde das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf den Weg gebracht, das seit dem 1. März 2020 in Kraft ist. Es ermöglicht Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern einen vereinfachten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Notwendig wurde dies, weil immer mehr Unternehmen selbst gut bezahlte Stellen mit hervorragenden Entwicklungsperspektiven nicht besetzen konnten – von Handwerkern bis zu Ingenieuren. Bislang hatten nur Fachkräfte mit akademischer Ausbildung unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Das gilt jetzt auch für Fachkräfte mit einer im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikation. Voraussetzung dafür ist die  Anerkennung der Qualifikation durch eine in Deutschland zuständige Stelle.

Wenn der Lebensunterhalt gesichert ist und die Deutschkenntnisse für die angestrebte Tätigkeit ausreichen, können die Fachkräfte zur Arbeitsplatzsuche einreisen. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis und können bis zu zehn Stunden pro Woche zur Probe arbeiten.

Eine ähnliche Regelung gilt nun auch für Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Bisher hatten nur Studieninteressierte die Möglichkeit, zur Suche eines  Studienplatzes einzureisen. Jetzt können das auch Ausbildungsinteressierte. Voraussetzung dafür sind Deutschkenntnisse, ein Abschluss an einer deutschen Auslandsschule oder ein Schulabschluss, der zum Hochschulzugang berechtigt, ein Höchstalter von 25 Jahren und eine eigenständige Lebensunterhaltssicherung.