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Lebensart

Land der Vielfalt

Deutschland ist vielseitig. Spannende Städte und so abwechslungsreiche Landschaften wie die Nordseeküste oder die Alpen faszinieren.
Frankfurt am Main
© dpa

Mit 83,1 Millionen Einwohnern ist Deutschland das bevölkerungsreichste Land der EU und eines der am dichtesten besiedelten Länder; rund 77 Prozent der Einwohner leben in dicht und mittelstark besiedelten Gebieten. Rund 30 Prozent der Bevölkerung haben ihr Domizil in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern, von denen es in Deutschland 80 gibt, darunter vier Städte mit mehr als einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern (Berlin, Hamburg, München, Köln). In München sind 4.713 Menschen auf einem Quadratkilometer zu Hause, in Berlin 4.012. Experten sehen in der Renaissance der Städte eine anhaltende Entwicklung für Wachstum und Innovation – mit erheblichen Folgen für den Wohnungsmarkt, die innerstädtische Mobilität und die Infrastruktur.

Anteil der Stadtbevölkerung 2018 (in Prozent)

Quelle: Weltbank

Wie Deutschland wohnt

Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland leben zur Miete, das ist der höchste Wert im europäischen Vergleich, daher sind viele Menschen von den steigenden Mieten betroffen. Wer nach 2015 eine Wohnung neu angemietet hat, zahlt im Schnitt pro Quadratmeter 7,70 Euro Nettokaltmiete, also die reine Raummiete ohne Heiz- und weitere Betriebskosten. Das sind rund zwölf Prozent mehr als im Durchschnitt. In Städten wie Berlin, München und Frankfurt am Main ist die Entwicklung besonders stark zu spüren. In Berlin liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete für in jüngerer Zeit angemietete Wohnungen bei 9,10 Euro pro Quadratmeter. Seit 2015 gilt die gesetzliche Mietpreisbremse, die 2020 vom Gesetzgeber noch einmal nachgeschärft wurde. Speziell die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen zeigt eine hohe Bereitschaft, in die Städte zu ziehen. Mit der Urbanisierung liegt Deutschland im globalen Trend.

Auch für Touristen haben die Städte große Anziehungskraft – gerade Berlin entwickelt einen speziellen Magnetismus und erzielt immer neue Besucherrekorde. Im europäischen Vergleich liegt die 3,8-Millionen-­Metropole bei den absoluten Übernachtungszahlen auf Platz drei nach London und Paris. Die meisten Gäste von außerhalb Europa kamen 2019 aus den USA, Israel und China/Hongkong.

Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland 2018 (in Prozent)

Quelle: Destatis

Bioprodukte im Trend

Der Sehnsucht nach Stadtleben steht zugleich aber ein Bedürfnis nach Regionalität gegenüber – vor allem bei der Ernährung. Die ökologische Lebensmittelwirtschaft hat einen festen Platz in der deutschen Agrarwirtschaft und setzte mit Bioprodukten 2019 knapp zwölf Milliarden Euro um. 31.713 Biohöfe, zwölf Prozent der Landwirtschaftsbetriebe, bewirtschaften 9,1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Die Bioprodukte werden gestützt von Zertifizierungen – mehr als 82.000 Produkte tragen das deutsche staatliche Biosiegel –, einem starken Verbraucherschutz und einer umfassenden Kennzeichnungspflicht. Ein starker gesellschaftlicher Trend ist das Bemühen um mehr Tierwohl, bei dem alle Aspekte des Lebenszyklus von Nutztieren in den Blick genommen werden – von der Aufzucht bis zur Schlachtung. Die Bundesregierung möchte Deutschland zum Vorreiter beim Tierwohl machen und noch 2020 ein entsprechendes Tierwohlkennzeichen einführen.

2016 gab es in Deutschland etwa acht Millionen Personen, die sich als Vegetarier bezeichnen; 1,3 Millionen leben nach eigener Aussage vegan. Trotzdem kommt der Genuss nicht zu kurz, der wieder sehr regional geprägt ist. Dafür stehen allein mehr als 3.200 Brotspezialitäten, Wein aus 13 Anbaugebieten und Tausende nach dem Reinheitsgebot von 1516, dem ältesten noch gültigen Lebensmittelgesetz der Welt, gebraute Biersorten. Gourmets schätzen die rund 300 Restaurants in Deutschland, die im Guide Michelin 2020 einen oder mehrere Sterne tragen.